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ICT Daily

Die Initiatorin des ICT Blogs im Interview!

Für diesen Blogbeitrag hatte ich die Ehre, mit jemand ganz besonderem ein Interview zu führen: Judith Oldekop, das originale ICT Blog-Mami :-) . Judith war bis zum Mai 2015 bei uns im HR Marketing tätig, bevor sie sich dann entschied, zu Siroop (dazumals noch Project Thor) zu gehen und da beim Aufbau des HR mitzuwirken. Für alle, die noch nicht wissen wer oder was Siroop ist: Siroop ist nichts zum Trinken :-) . Sondern ein online Marktplatz – lanciert von Coop und Swisscom-, der (fast) alle Kundenwünsche befriedigen soll. Hier könnt ihr gleich mal reinschauen. Aber jetzt wieder zurück zum eigentlichen Thema: dem Interview mit Judith. Ich hatte die Möglichkeit, ihr einige Fragen zu ihrem Abgang bei Swisscom sowie zum Aufbau des HR bei Siroop zu stellen. Die Fragen und Judith’s Antworten dazu gleich hier unten. Viel Spass beim Lesen!

Foto von Judith Oldekop
Judith Oldekop

Liebe Judith, Du hast das HR Marketing bei Swisscom massgebend mitaufgebaut und auch geprägt: Wie hast Du Deinen Abgang im HR Marketing wahrgenommen? Wie war der Übergang zu Siroop – war es einfach oder eine echte Herausforderung?

Hui, das sind zwei grosse Fragen auf einmal. Meinen Abgang hab ich klassischerweise mit einem lachenden und einem (im wahrsten Sinne des Wortes) weinenden Auge erlebt. Ein wenig hab ich ja schon mal versucht, meine Emotionen beim Abschied zu umschreiben. Auch wenn ich vor allem die Menschen um mich herum am meisten vermisst habe und immer noch vermisse, ging der Wechsel dann doch rasant schnell. Das lag sicherlich daran, dass ich von Tag 1 an ins tiefe, kalte Wasser gestürzt bin und in sehr schneller Zeit sehr viel aufbauen durfte. Da bleibt keine Zeit für Melancholie ;-). Ein weiterer Grund war auch der Themenwechsel: vom HR Marketing-Spezialisten Job zu einem HR-Generalisten Job. Jeden Tag kommen neue Herausforderungen auf mich zu, jeden Tag lerne ich neue Menschen kennen und jeden Tag bin ich mit Themen konfrontiert, bei denen ich mich mehr auf mein Bauchgefühl als auf fundiertes Wissen verlassen muss, weil das Wissen de facto einfach noch nicht vorhanden ist. Diese Intensität verschafft schnell Abstand zu den „alten“ Themen. Ein weiterer Faktor war sicherlich auch das Eintauchen in ein komplett neues Business, was ich vorher noch nicht kannte (ausser als online-Shopperin… daher war mir das Thema aus Kundensicht überhaupt nicht fremd, was schon mal hilft). Ich kam mir in den ersten Monaten vor wie wenn man einen längeren Auslandsaufenthalt macht: Abends ist man erschlagen von all den Eindrücken, von der neuen Sprache und den neuen Menschen und doch ist man erfüllt und glücklich, weil all diese Eindrücke neues Herzblut und noch mehr Leidenschaft wecken.

Siroop ist ein Start-up – Swisscom ein etabliertes Unternehmen. Welche Unterschiede nimmst Du wahr?

Als ich am 1. Juni 2015 zum damaligen „Project Thor“ dazu gestossen bin, waren wir offiziell 3 Mitarbeitende plus die Gründer, also zu siebt. Wir konnten von der ersten Minute an unsere eigene Kultur (mit)gestalten und ich habe erlebt, wie eine Kultur auch ganz von alleine entsteht, ohne grosses Zutun. Sie im Laufe der Zeit in die gewollte Richtung zu steuern und sie zu pflegen, sind unsere Herausforderungen. Aber diese hat jede Firma, denke ich. Die grüne Wiese ist natürlich etwas Einzigartiges, wenn ein Business neu gestartet wird. Wir haben das grosse Glück, absolute Gestaltungsfreiräume zu haben und gleichzeitig auf das Knowhow und die Unterstützung von 2 tollen Müttern zählen zu dürfen. Die kurzen Wege erleichtern vieles im Daily Business und unser offener und unkomplizierter Umgang auch. Was man allerdings mitbringen muss ist eine grosse Portion Leiden, die in Leidenschaft mit drin steckt. Das muss man aushalten können, weil dann doch hier und da Ressourcen fehlen, die im Konzern verfügbar sind. Aber man geht nicht allein durchs “Tal der Tränen“ und manchmal setzt der Mangel an Ressourcen auch Kreativität frei. Wichtig ist neben den vielen Beulen, die man sich holt, die Lernkurve dabei und die macht wirklich grossen Spass.

Wie ist der Zusammenprall von der Swisscom- und Coop-Kultur, verträgt sich das :-)

Ja, das verträgt sich, wer hätte das gedacht ;-). Spass beiseite: natürlich spürt man die Herkunft der Kolleginnen und Kollegen, aber das nicht nur von Coop oder Swisscom, sondern von jedem einzelnen hier, der ihre/seine eigene Story mitbringt und die Kultur mitgestaltet. Wir fordern explizit jede/n auf, alles mitzugestalten. Das geht von der Office-Einrichtung über Business- oder Kommunikationsprozesse bis hin zu Tipps oder Ideen für Feierabend-Veranstaltungen. Da die Gründer von Coop und Swisscom kommen, war das vor allem am Anfang stärker spürbar als heute. Ich glaube, dass wir das grosse Glück haben, “Cherry-Picking“ machen zu können: uns also bewusst kritisch die für uns stimmigen und positiven Vorgehensweisen, Prozesse, Ideen und auch Dienstleistungen zu holen, die uns helfen und uns bewusst gegen die zu entscheiden, von denen wir glauben, dass sie für uns nicht funktionieren würden. Der Rückhalt und die Unterstützung sind auf jeden Fall sehr gross und dafür sind wir sehr dankbar.

Siroop Team
Das Siroop Team – Du wärst gerne ein Teil davon?

Wie war und ist es immer noch für Dich, eine HR Abteilung ganz von null aufzubauen?

Es ist immer noch sehr spannend und ich bin froh, dass ich das nicht allein mache, sondern auf mein Team, meinen Chef und die ganze Geschäftsleitung zählen darf. Und wie gesagt, Coop und Swisscom sind ja auch noch da und auch hier zapfe ich gerne an. Schwierig ist es, sich neben dem ganzen Daily Business auch Zeit für Konzeptionelles und Strategisches zu nehmen. Davon würde ich mir mehr wünschen (da war es wieder, das Ressourcen-Problem…).

Wie geht es weiter? Was sind die nächsten Meilensteine bei euch im HR?

Wir sind bei fast allen Themen noch sehr am Anfang (uns gibt es ja erst seit 8 Monaten…) Wir haben aber doch schon einiges erreicht: ca. 90 Personen konnten wir rekrutieren, ohne nennenswerte externe Unterstützung. Auf das können wir sehr stolz sein. Zudem haben wir unsere Arbeitgeberwerte definiert und in Form gegossen und konnten auch schon erste Workshops durchführen, um diese zu etablieren und weiter zu entwickeln. Die wichtigsten Prozesse stehen (was nicht heisst, dass sie so bleiben, aber sie bilden eine gute Grundlage). Jetzt geht‘s darum, auf ein paar konkrete Themen zu fokussieren. Intern legen wir ein Auge drauf, wie wir es schaffen, das enorm schnelle Wachstum gut zu verdauen und die interne Kommunikation als Enabler und nicht als Bremse zu etablieren. Im Recruiting möchten wir noch stärker mit Direktansprache arbeiten und Social Media gezielter einsetzen. Dann freue ich mich jetzt schon drauf, wenn unsere Karriereseite mal in gewünschter Form online geht, aber da übe ich mich in Geduld, da der Shop natürlich Priorität hat. Wir starten sehr bald mit unseren Mitarbeiter-Beurteilungsprozessen und müssen hier noch einiges an Vorarbeit leisten. Auch erste Personalentwicklungsprogramme sind schon in der Pipeline. Wir haben sehr viele Themen, die uns beschäftigen, neben den täglichen administrativen Aufgaben, von denen HR eine Menge zu bewältigen hat, damit die Mitarbeitenden sich auf ihren Job konzentrieren können. Diesen Bereich hatte ich zu Anfangs definitiv unterschätzt. Last but not least müssen wir unsere IT, die alle HR Prozesse unterstützt, customizen und weiterentwickeln – auch nicht so trivial. Uns wird definitiv nicht langweilig :-).

 

Vielen Dank Judith! Wir sind gespannt, wie’s weitergeht :-)

 


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