Roboter erobern so langsam die Welt, allerdings anders, als die meisten von uns das vor ein paar Jahren noch erwartet hätten. In diesem Artikel möchte ich daher gerne aufzeigen, womit sich die Robotikwissenschaft heutzutage beschäftigt und insbesondere auch, dass die bahnbrechendsten Roboter mit dem meisten Zukunftspotenzial vermutlich etwas anders aussehen, als man sich dies normalerweise gewohnt ist.

Das traditionelle Bild

Die meisten von uns haben vermutlich einen sehr humanoiden Roboter im Kopf, der in etwa so aussieht wie im folgenden Video:

Die sind zwar sehr eindrücklich, haben allerdings den grossen Nachteil, dass sie sehr viel Energie benötigen und für die Bewegungsabläufe bereits jetzt hochkomplexe Algorithmen brauchen, obwohl sie noch weit davon entfernt sind, wirklich menschenähnlich zu sein. Denn im Prinzip muss jede Bewegung einzeln berechnet und anschliessend von einem Motor angetrieben werden, was auf die Dauer sehr aufwändig ist.

Die zweite grosse Gruppe von Robotern sind in der Industrie anzutreffen. Meist sind die hochgradig spezialisiert und nur für genau eine Anwendung nutzbar. Ein eher aussergewöhnliches Beispiel hierfür ist der Glasfaser Roboter der Swisscom, der z.B. hier beschrieben ist.

Das wissenschaftliche Bild

Interessanterweise verfolgt die Wissenschaft einen gänzlich anderen Forschungsansatz. Die Idee ist, dass sich an biologischem Wissen über unsere Gelenke zu bedienen, d.h. menschliche Bewegungsabläufe möglichst im Detail zu kopieren statt nur zu simulieren. Ein sehr primitives Beispiel dafür ist Stumpy:

http://www.youtube.com/watch?v=ZHInjxPyKXM

Mit nur einem kleinen Motor kann er hüpfen, gehen und rennen. Es braucht als keine komplizierten Algorithmen oder komplexe Motoren um einem Roboter das Gehen beizubringen. Dies illustriert auch der Weltrekord des Cornell Ranger, welcher mit nur einer Batterieladung 65 km weit gelaufen ist:

All diese und noch zahlreiche weitere Erfahrungen flossen schliesslich in den ECCEROBOT-1. Faszinierend daran ist, dass dieser nicht nur einen Menschen simuliert, sondern sich explizit dessen biologischer Merkmale bedient (wie z.B. Knochenstruktur oder Muskeln) um die Bewegungsabläufe möglichst originalgetreu nachahmen zu können:

Ausblick

Ich finde es spannend zu sehen, dass sich in der Welt der Robotik einiges tut, von dem man im Alltag kaum etwas mitbekommt. Die Wissenschaft hat aber in den letzten Jahren rasante Fortschritte gemacht, insbesondere auch an der Universität Zürich im Team um Prof. Pfeifer. Dieses veranstaltet am kommenden Samstag, 09. März, anlässlich ihres 25 Jahre Jubiläums die Aktion „Robots on Tour“ in Zürich. Wer sich also für die weltweit innovativsten Roboter interessiert, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Und nun die spannende Frage: Was haltet ihr von all diesen Entwicklungen? Ist es fast schon beänstigend, dass ECCEROBOT schon so naturgetreu einen Menschen nachahmen kann? Oder seid ihr gespannt auf die interessanten Anwendungsmöglichkeiten?