Swisscom schreibt es sich auf die Fahne: das Thema Nachhaltigkeit

Zum Thema Nachhaltigkeit, auf “Neudeutsch” Corporate Responsibility, habe ich Fabian Etter interviewt, der diesen Bereich bei uns verantwortet.

Fabian, du bist jetzt seit rund drei Jahren Head of Corporate Responsibility bei Swisscom. Wie bist du zu diesem Job gekommen?

Ich habe nach dem BWL Studium und einem Einsatz bei einem Wirtschaftsverband ein Trainee-Programm bei Swisscom absolviert. Anschliessend habe ich Erfahrungen im Produkt-Marketing und im Key Account-Management sammeln können. Vor etwas mehr als drei Jahren ergab sich dann die Chance, die aktuelle Funktion zu übernehmen und ein Team von erfahrenen Corporate Responsibilty-Managern zu führen.

Wieso gerade dieser Job? Und was hat dich an diesem Job am meisten interessiert?

Mein Business-Hintergrund und mein internes Netzwerk haben mir geholfen, das Thema Corporate Responsibility in der Unternehmung stärker zu verankern. Das Thema „Nachhaltigkeit“ ist für mich sehr wichtig, weil es hochaktuell und zugleich zukunftsorientiert ist. Und es die Gelegenheit, für Swisscom einen wichtigen Footprint zu hinterlassen und gleichzeitig eine Vorreiterrolle in der Schweiz zu übernehmen.

Was versteht Swisscom denn unter Corporate Responsibility?

Bei Swisscom verstehen wir darunter primär zwei Dinge: Einerseits geht es darum, die Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten auf Umwelt und Gesellschaft zu verstehen und in unsere Entscheidungsfindung einzubeziehen. Dazu führen wir einen permanenten Dialog mit verschiedensten Stakeholdern: Kunden, Mitarbeitende, NGO, aber auch mit der Politik und Investoren. Andererseits versuchen wir bei allem, was wir tun, eine langfristige Optik einzunehmen. Es geht dabei explizit nicht nur um ökologische Fragestellungen, sondern auch um soziale und ökonomische Aspekte.

Die meisten Unternehmen sind ja auf den Trend aufgesprungen, sich als nachhaltig zu positionieren. Ist das deiner Meinung nach “nur” ein Trend? Und welchen Stellenwert haben diese Themen bei Swisscom?

Ja, es ist ein Trend und ein sehr wichtiger, den viele Firmen erkannt haben. Aber es ist keine „Eintagsfliege“, wenn man das unter Trend verstehen will. Corporate Responsibility  ist Teil unserer Unternehmensstrategie, und dies nicht erst seit gestern. Swisscom hat als erstes Telekommunikationsunternehmen der Welt ein systematisches Umwelt-Management eingeführt, um die Umwelt-Auswirkungen unserer Geschäftstätigkeiten systematisch zu erfassen und zu priorisieren. Im Jahre 2002 haben wir zudem die Initiative „Schulen ans Internet“  lanciert und gesellschaftliche Verantwortung übernommen, indem wir rund 7000 Schulen in der Schweiz einen kostenlosen Internet-Zugang ermöglichen. Die Verankerung des CR Gedankens ist bei uns also über Jahre gewachsen. Swisscom gehört heute auch zu den 5 nachhaltigsten Telekommunikationsunternehmen Europas.

Fabian Etter, Head of Corporate Responsibility

Wow. wer hätte das gedacht. Wo liegen denn die Treiber hinter der Strategie, Swisscom als nachhaltiges Unternehmen zu positionieren? Und macht sich das bezahlt?

Die Treiber dafür sind vielseitig. Einerseits sind unser Verwaltungsrat und unsere Geschäftsleitung davon überzeugt, dass Unternehmen eine Verantwortung haben, die über das nächste Quartal und die reinen Aktionärsinteressen hinausgeht. Andererseits geht es darum, sich am Markt zu differenzieren, Reputationsrisiken zu minimieren und Energiekosten einzusparen. 

Wir haben nun viel darüber gehört, was Swisscom selber macht. Wie steht es um die Lieferanten, von denen ja viele in Südostasien produzieren – unter nicht immer guten Bedingungen?

Es ist absolut richtig, dass wir auch gegenüber unseren Lieferanten Verantwortung haben. Es kann und darf uns beispielsweise nicht egal sein, unter welchen Bedingungen die Produkte hergestellt werden, die wir verkaufen. Die Meldungen über die Arbeitsbedingungen bei Foxconn, die für Apple produzieren, oder auch über Samsung, beschäftigen uns und unsere Kunden. Aus diesem Grund stellen wir beispielsweise sehr konkrete Anforderungen an Lieferanten, die mit uns zusammenarbeiten wollen, auch wenn wir wissen, dass gerade in Südostasien zwar Verbesserungen spürbar sind, wir aber immer wieder mit Verstössen rechnen müssen. Deshalb arbeiten wir im Rahmen der Joint Audit Cooperation (JAC) mit acht anderen europäischen Telekommunikations-Unternehmen zusammen, um bei den wichtigsten Lieferanten Audits zu koordinieren und gemeinsam für Verbesserungen einzustehen.

Was glaubst du: Hat das Thema Nachhaltigkeit Einfluss auf Bewerbende?

Ja, ich denke schon. Wir spüren, dass gerade bei Absolventen der Anspruch vorhanden ist, sich mit den Werten des Arbeitgebers identifizieren zu können. Hier können wir als Unternehmen, welches glaubwürdig auf Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung setzt, natürlich punkten. Aber auch generell erhalten wir immer wieder erfreuliches Feedback über unsere Aktivitäten und das hat auch positive Auswirkung auf unser Image als Arbeitgeber.

Das kann ich bestätigen. Aus meiner Zeit als Recruiterin habe ich viele positive Rückmeldungen zu diesem Thema bekommen und Sarah, eine unserer Bloggerinnen, hat dies soeben in ihrem Blogbeitrag  “Wir schalten auf Grün!” bestätigt. Danke Fabian für deine Zeit, das waren spannende Einblicke!

Und übrigens: Auch das Corporate Responsibility-Team von Swisscom bloggt. Im Hallo Zukunft-Blog berichtet es regelmässig über seine Engagements für Umwelt und Gesellschaft.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Thema? Ist es für euch wichtig, dass euer Arbeitgeber viel Wert auf Nachhaltigkeit legt?