Der Mensch im Zentrum – erfolgreich in der digitalen Welt

Hans C. Werner ist als CPO verantwortlich für HR bei Swisscom. Meine Kollegin Charlotte hat ihm kürzlich einige Fragen gestellt. Die Antworten finde ich so spannend, dass ich sie euch nicht vorenthalten möchte. Warum im ICT Blog? Weil ihr hier lesen könnt, wie stark wir bei Swisscom von ICT geprägt sind und ICT auch aktiv mitgestalten möchten.

Merci, Charlotte und Hans, dass ich dieses Interview im ICT Blog veröffentlichen darf.

„Der Mensch im Zentrum – erfolgreich in der digitalen Welt“ – Diese Vision hat sich die Personalabteilung von Swisscom gegeben. Was möchte diese Vision ausdrücken?

Wir meinen damit zweierlei: Einmal, dass für uns der Mensch im Mittelpunkt steht. Wir alle sind Swisscom, 20‘000 Menschen mit eigenen Geschichten, Schicksalen, Stärken und Schwächen. Und wir alle machen Swisscom aus. HR bei Swisscom gibt sich die Aufgabe, dieses Bewusstsein wach zu halten und eine Kultur von Respekt diesen Menschen gegenüber zu prägen. Zum anderen geht es um den Erfolg unseres Unternehmens in der digitalen Welt. Nur wenn wir uns im Wettbewerb bewähren und durchsetzen, können wir den Fortbestand von Swisscom nachhaltig sichern – für uns – und für alle anderen Menschen, die sich in den kommenden Jahren für Swisscom einsetzen werden und damit Swisscom ausmachen werden. Wir sehen es somit als Kern unserer Aufgabe, eine auf Werten basierte Kultur zu fördern und gleichzeitig eine motivierende Leistungsorientierung zu etablieren, die den Erfolg von Swisscom ermöglicht.

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Was heisst für dich Erfolg in der digitalen Welt?

Wenn wir sowohl von unseren Kunden als auch von unseren Mitbewerbern als dasjenige Unternehmen angesehen werden, das einerseits den Benchmark bezüglich Services und Leistungen in der digitalen Welt bildet, das anderseits aber auch als führend in der Weiterentwicklung der Produkte und Möglichkeiten in der digitalen Welt gilt.

Swisscom ist ein Technologieunternehmen. Die technologische Entwicklung in den letzten 10 Jahren war gigantisch. Stellt die Technologie den Menschen wirklich in den Mittelpunkt oder überfordert sie ihn?

Die Technologie wird von Menschen für Menschen entwickelt. Es werden sich nur jene Technologien durchsetzen, die eine Mehrheit von uns letztlich auch nutzt. Das horrende Tempo der Entwicklungen wird uns auch in Zukunft weiterhin intensiv fordern – ich bin der Meinung, dass die kommenden zehn Jahre ein Mehrfaches dessen bringen werden, was wir in den vergangenen zehn Jahren erlebt haben.

Die Grenze zwischen Forderung und Überforderung ist jedoch eine schleichende. Darin sehe ich eine akute Gefahr. Jeder Einzelne von uns muss lernen, sensibler mit seinen Ressourcen umzugehen und rechtzeitig einen Stopp einzulegen, bevor die Überforderung gesundheitliche Spuren hinterlässt. Daher messen wir bei Swisscom der Sensibilisierung aller Mitarbeitenden im Rahmen des Gesundheitsmanagements eine grosse Bedeutung zu.

Die rasante technische Entwicklung bringt auf der anderen Seite immer wieder neue Wachstumschancen. Was bedeutet dies für die Menschen bei Swisscom?

Meines Erachtens Faszination und Herausforderung zugleich. Faszination deshalb, weil wir bei Swisscom das Privileg haben, in einer Industrie zu arbeiten, die das menschliche Leben und das Zusammenleben der Zukunft entscheidend mitgestaltet. Und Herausforderung, weil wir alle auch persönlich permanent flexibel bleiben müssen, um die Wachstumschancen konsequent zu nutzen. Das ist anspruchsvoll – die meisten von uns sind keine Digital Natives – und haben es dennoch geschafft, sich entlang der technischen Veränderungen weiterzuentwickeln. Für jeden von uns war das ein Stück weit Wachstum. Ich denke, dass wir diese Fähigkeit beibehalten müssen.

Wir werden in 15 Jahren Lernende einstellen, die heute im Babyalter schon ein Smartphone bedienen können. Sie werden dereinst als Swisscom Mitarbeitende unsere Kultur mitprägen. Welchen Einfluss hat dies auf unsere Arbeitswelt?

Ich denke, verschiedene Einflüsse werden die Arbeitswelt von morgen entscheidend prägen. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung wird das Erwerbsleben in nicht allzu ferner Zukunft bis zum Alter 70 dauern. Damit werden mehr Generationen unter einem Dach, in einer Kultur arbeiten als heute. Die rasche technologische Entwicklung wird die Kluft zwischen den Generationen erhöhen. Ältere Generationen haben heute Mühe, die Werte und Lebensgewohnheiten der Digital Natives zu verstehen. Diese Digital Natives werden ihrerseits in einigen Jahren nicht mehr verstehen, wie ihre Kinder denken und handeln. Um die Kraft dieser verschiedenen Generationen zu nutzen, muss es uns noch stärker gelingen, den gegenseitigen Respekt zu erhöhen und die unterschiedlichen Stärken dieser Generationen zu nutzen.

Und wir bei Swisscom werden diese Herausforderungen meistern?

Ja, davon bin ich überzeugt! Gerade Swisscom hat in den vergangenen Jahren eine fantastische kulturelle Entwicklung gemacht. Solange wir der Kulturarbeit die notwendige Bedeutung geben, sehe ich keinen Grund, weshalb sich dies ändern sollte.