Nerv’ nicht, Internet!

Wer kennt das nicht: Da will man sich einen Forumsbeitrag anschauen oder eine Demo-Software herunterladen und schon muss man sich mit seiner Mailadresse registrieren.Und natürlich kommt ein Aktivierungslink ebenfalls per Mail, so dass man auch eine empfangsbereite Adresse angeben muss, also man nicht irgendeinen Scheiss wie ab@c.de oder hihi@la.ch eintippen kann. Eine Lösung dafür wäre eine E-Mail-Adresse, die man nur einmal verwendet und dann abstellen kann. So gehen alle weiteren, möglicherweise uninteressanten Zustellversuche ins Leere.

Es gibt zwar alle möglichen Anbieter für Wegwerf-Adressen, aber auch hier muss man ja wieder die echte E-Mail-Adresse als Ziel angeben und dem Anbieter vertrauen. Diesen Teufelskreis unterbricht, wer einen eigenen Mail-Server unterhält. Das würde ich sowieso jedem halbwegs fortgeschrittenen Internet-Nerd empfehlen; man bekommt dafür als Gegenleistung enormen Erkenntnisgewinn über den E-Mail-Dienst an sich. Ich verwende Postfix, aber in diesem Fall sollte es mit jedem anderen Mailserver auch gehen.

Zunächst erstelle ich einige Adressen mit zufälligem Account-Teil. Das mache ich am liebsten mit OpenSSL:

for i in $(seq 1 5)
do
token=$(openssl rand -base64 9 | tr -d '+=/'); echo $token: karsten; >> /etc/aliases
done
newaliases

Hier werden noch mit “tr” die Zeichen unterdrückt, die potenziell Probleme bereiten können.

Jetzt habe ich eine Adresse wie Q8UtRUNbxP94@example.com, die auf meinen (karsten) Account zugestellt wird. Sobald die Adresse einmal in Verwendung war, kann man sie in der /etc/aliases auskommentieren, vielleicht noch mit dem Verwendungszweck, falls man später doch noch einmal darauf zurückgreifen will. Dabei darf man natürlich nicht vergessen, noch einmal das newaliases-Kommando laufen zu lassen.