Textverarbeitung für Informatiker

Für Softwareentwickler ist die Verwendung der normalen Office-Programme, wie sie von verschiedenen Herstellern angeboten werden, eine Zumutung und wahrscheinlich auch der Grund, warum Entwickler so ungern Dokumentation schreiben.

Für Softwareentwickler ist die Verwendung der normalen Office-Programme, wie sie von verschiedenen Herstellern angeboten werden, eine Zumutung und wahrscheinlich auch der Grund, warum Entwickler so ungern Dokumentation schreiben. Gerade so genannte Schreibprogramme wie MS-Word oder ähnliche muten dem normalerweise in der Gestaltung von Schriftstücken ungeübten Benutzern eine Flut von Möglichkeiten zu. Das ist eine unzulässige Vermischung von Zuständigkeiten und Rollen: Wahrscheinlich die meisten Autoren, die mit dem Schreiben ihren Lebensunterhalt verdienen, verwenden fortgeschrittene Programme. So wird z.B. im Zeitungsverlag mit reinem Text und entsprechenden Textauszeichungen gearbeitet. Satz und Layout erledigen andere Personen mit spezialisierter Software.

Dieses Prinzip gibt es in vielerlei Hinsicht auch im «Hausgebrauch»: Nahezu jeder Student der Naturwissenschaft oder Informatik kennt das Textsatzsystem TeX, das genau diesem Prinzip folgt. Ein anderes typisches Beispiel aus der modernen Computerwelt ist HTML, das, richtig angewendet, eine gute Trennung zwischen Textstrukturierung und Design bietet, leider aber in der Eingabe etwas mühsam ist.

Programmiererlösung

Um Texte schmerzfrei erstellen zu können, habe ich für mich folgende einfache Lösung gefunden. Mit meinem Lieblings-Texteditor erstelle ich zunächst die Textdatei. Das hat den Vorteil, dass ich Makros und spezielle Tastaturkürzel auf einfache Weise verwenden kann und keine Formatierung irgendwie beim Arbeiten ablenkt. Die Strukturierung erfolgt durch Markdown, das den Vorteil hat, den Text nicht durch spezielle Steuerbefehle zu verunzieren. Der Text bleibt lesbar! Und das, obwohl durchaus auch Bilder, Tabellen oder Stücke von Programmcode enthalten sein dürfen.

workflow

Ab hier ist eine einfache Aufbereitung des Textes zur Darstellung in HTML oder TeX möglich, wobei den Gestaltungsmöglichkeiten keine Grenzen gesetzt sind. Seltsamerweise benötigen trotzdem noch Kollegen eine Version im MS-Word-Format. Das erledige ich mit dem Programm Pandoc, das meinen Textwerkzeugkasten heute abrundete. Ein einfaches Kommando konvertiert den Markdown-Code in eine DOCX-Datei und alle sind glücklich.

Good ol’ plain text

Der Vorteil reiner Textdateien liegt auf der Hand: Sie lassen sich mit geeigneter Software versionieren, mit Unix-Befehlen durchsuchen und filtern. Vor allem sind diese Dateien bei weitem nicht so anfällig und unübersichtlich wie die proprietären Office-Dateien.