Ins neue Jahr mit SAMBA – Die Zukunft der IT Industrie

Neues Jahr, neue Posts. Nach einer kleinen Einführung in die Welt der Business Intelligence, stelle ich heute mal ein Projekt vor, an dem wir gerade arbeiten. Swisscom SAP Services bietet den Vorteil, dass wir sowohl Projekte bei unseren Konzerngesellschaften, als auch Beratungsmandate bei Geschäftskunden bearbeiten dürfen. Heute geht es mal um ein internes Projekt.

Swisscom IT Services, oder «Enterprise Customers» wie wir neu heissen, integriert und betreibt für Geschäftskunden komplexe und grosse IT-Systeme von Hardware über Netzwerk bis hin zu Datenbank und Software – Wir sind ein Full-Service Provider.

Als Unternehmen stellt man sich die Beschaffung eines IT Systems (im Idealfall) ungefähr wie den Kauf eines Autos vor – Im Prinzip ist es nicht viel anders. Man nehme zum Beispiel:

  • 1x  Linux Server, mit 99% Verfügbarkeit
  • 1x  Lizenzen OS
  • 1x  Oracle Datenbank Lizenzen
  • 1x  SAP Lizenzen
  • 1x  Applikationsbetrieb SAP
  • 1x  Kundenservice zu Bürozeiten

Die IT Industrie baute jahrelang IT Services kundenindividuell immer wieder neu auf. Als würde man den VW Golf für Herrn Meier und Herrn Müller jeweils komplett neu entwickeln. Sieht man genauer hin, ist der Unterschied zwischen dem Golf von Herrn Meier und dem von Herrn Müller lediglich, dass die Farbe des Aussenlacks Grün statt Blau ist. Die Folgen davon sind für Dienstleister und Kunden gelinde gesagt suboptimal. System-Upgrades werden schwieriger, die Verrechnung des Services muss individuell gemacht werden und die Komplexität der Systemlandschaft nimmt explosionsartig zu. Gefolgt von imensen Kosten. Die Quintessenz ist also: Warum komplett neu machen, was es schon gibt?!

Im Projekt SAMBA bauen wir die Prozess- und IT Landschaft von Swisscom so auf, dass unsere Kunden zukünftig flexiblere IT Services erhalten – und das standardisiert nach dem Vorbild der Fertigungsindustrie. Alle unsere IT Betriebsprodukte sind zukünftig nach Produktions- und Verkaufsprodukten strukturiert und können in einem Baukastensystem zur Verfügung gestellt werden. Das erleichtert es, Tarife konsistent zu kalkulieren, die Verrechnung zu vereinheitlichen und bringt unseren IT-Kunden Transparenz und Service-Qualität zu guten Preisen.

Was hat das denn nun mit Business Intelligence zu tun? – Eine ganze Menge! Als Geschäftskunde von Swisscom möchte man doch wissen, wie gut die Systeme laufen, wie viel man gedruckt hat, wie viel Gigabyte Speicherplatz verbraucht wurde, wie viel Anrufe beim IT Service Desk getätigt wurden, etc.

Warum ist das wichtig? Es sind kritische Erfolgsfaktoren, festgelegte Parameter eines IT-Betriebsvertrages. Die Meier GmbH möchte ihr System mit der Eigenschaft 99.9% Verfügbarkeit, der Müller AG reicht 99.3%. Beide wählen andere Bausteine, basierend auf ein und demselben Produkt. Die Zielwerte werden von Swisscom in SAP festgehalten und in unser Data Warehouse geladen. Auf den Systemen der Meier GmbH und der Müller AG werden nun in Echtzeit die Verfügbarkeiten gemessen. In unserem DWH kommt letztlich beides zusammen.

Und hier kommt mein Team und ich ins Spiel. In SAMBA sind wir im Teilprojekt Reporting dafür zuständig dieses nigelnagelneue Data Warehouse System zu bauen, das diese Daten konsistent ablegt, historisiert und für alle möglichen Analyse-Zwecke (PDF-Reports, Adhoc-Analysen, Dashboards & Cockpits) zur Verfügung stellt. Meine Aufgabe dabei ist es, die DWH-Architektur und das Datenmodell zu entwerfen und die Entwickler fachlich zu führen. Man stelle sich ein Data Warehouse wie einen rieseigen Datentopf mit geordneten Informationsobjekten vor, die in unterschiedlichster Weise mit einander in Beziehung stehen. Das Ziel dabei ist, dass man einen Sachverhalt aus verschiedensten Blickwinkeln analysieren kann – mit unterschiedlichen Tools und Werkzeugen.

Zum Beispiel die Antwort auf die Frage: «Durchschnittliche Server-Verfügbarkeit der Meier AG über alle Systeme der letzten 3 Monate?». Kein Problem – unser Datenmodell kann damit umgehen und Informationen aus verschiedensten Blickwinkeln zur Verfügung stellen.

Analyse_OLAP

Mit dem neuen SAMBA-Prozessmodell haben wir so die Möglichkeit ein konsistentes und umfangreiches Data Warehouse aufzubauen, das es uns erlaubt, den Kunden die wichtigsten Auswertungen und Insights über ihre Dienstleistungen zu liefern und darüber hinaus auch betriebliche Fragestellungen der IT-Leistungserstellung zu beantworten. Mit den damit gewonnenen Erkenntnissen lassen sich sowohl Services als auch interne Prozesse verbessern.

Die ultimative Basis um so ein DWH Datenmodell zu entwerfen liegt in einer stringenten Daten-Architektur in den Quellsystemen und einem harmonisierten Master Data Management. Darüber und wie so ein DWH inklusive Datenmodell überhaupt entsteht, erzähle ich dann mal in einem der nächsten Blog-Einträge 😉

Schaut Euch doch mal an, wie Swisscom zukünftig IT Dienstleistungen für Geschäftskunden bereitstellt – die Zukunft mit SAMBA: