„Wir haben uns von Garagenbands inspirieren lassen“

Die Kultur im Silicon Valley hat sie geprägt: Christina Taylor, Head of Human Centered Design, schafft bei Swisscom Raum für Kreativität und Innovation. Ein Gespräch über das Büro der Zukunft, Akustikprobleme und 22‘000 Tennisbälle.

Die Kultur im Silicon Valley hat sie geprägt: Christina Taylor, Head of Human Centered Design, schafft bei Swisscom Raum für Kreativität und Innovation. Ein Gespräch über das Büro der Zukunft, Akustikprobleme und 22‘000 Tennisbälle. 

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Christina, ist das klassische Büro ein Auslaufmodell?
Das Büro als Ort, an dem man 8 Stunden am Tag alleine hinter verschlossenen Türen sitzt, ist Vergangenheit. In Zukunft wird man bewusst unterscheiden zwischen konzentriertem Arbeiten hinter dem Bildschirm und dem kreativen Austausch. Bei der Zusammenarbeit stehen das Team, der Raum und unkonventionelle Methoden im Vordergrund.

Ein solcher Raum wurde mit dem BrainGym in Bern geschaffen. Dieses erinnert an ein grosses Wohnzimmer. Warum arbeitet es sich in einer solchen Atmosphäre besser?
In der Schweiz gehen Menschen weniger instinktiv aufeinander zu. Deshalb schaffen wir im BrainGym ein Umfeld, das hilft diese Barriere zu senken.

Das BrainGym gilt bei Swisscom als Aushängeschild für Human Centered Design. Wie wurde das BrainGym von der Methode geprägt?
Wir machen Human Centered Design erlebbar, indem wir hier kreative Problemlösung bewusst inszenieren. Beispielsweise beschäftigte uns im BrainGym anfangs ein Akustikproblem. Alles sprach für eine technische Lösung. Doch der Denkmalschutz erlaubte dies nicht. Wir haben nach Dämpflösungen gesucht und liessen uns von Garagenbands inspirieren, die mit Teppich, Tennisbällen und Eierkarton die Nachbarn vor der Musik bewahren. Heute sorgen über 22‘000 Tennisbälle und ein Teppichboden für eine angenehme Akustik. Human Centered Design steht dafür Bestehendes zu hinterfragen, innovativ zu sein, ausserhalb der eigenen Industrie zu forschen und die Erkenntnisse auf eigene Probleme anzuwenden. Und dies setzen wir auch mit dem BrainGym um.

Das Interesse am BrainGym ist riesig. Sogar externe Anlässe wie die TEDx Bern und der Social Media Gipfel finden hier statt. Schreit das nach weiteren solchen Räumlichkeiten?

Im Dezember haben wir im vierten Stock über dem BrainGym das ProjectGym eröffnet. Eine inspirierende Etage, mit der wir Projekte quer durch Swisscom zusammenbringen. Wir erhoffen uns eine „friendly competition“ zwischen den Projektteams. Unsere Vision ist es, das BrainGym als Herzstück weiterzuentwickeln, diesen Ansatz zu verbreiten und in jedem Gebäude von Swisscom eine inspirierende Etage einzurichten.

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Gefragt nach ihren Erlebnissen im BrainGym sind sich Mitarbeitende von Swisscom einig: „Schlicht ein genialer und inspirierender Ort, wo man viele Leute trifft und sich spontan austauschen kann.“ „Hier fühle ich mich wohl – hier lebe ich meine Ideen.“ Begeistert zeigen sich Mitarbeitende auch am Blackboard im ProjectGym: „Besser als Google Campus!“, schreibt ein Mitarbeitender. Eine Retourkutsche lässt nicht lange auf sich warten: „Kopie von Google!“ Ein Pfeil führt zum abschliessenden Kommentar: „Aber eben doch besser!“

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Mehr Human Centered Design bei Swisscom:
Hier geht’s nicht um Wasser, aber um eintauchende Mitarbeitende und sprudelnde Ideen. Und wie ein Swisscömler bei Eat.ch seinen Wissenshunger stillt, verraten wir  hier.