Was macht eigentlich ein Head of Mobile Integration bei Swisscom?

Der Absolventenkongress in ZH ist eine unserer grössten Messen. So sind wir jeweils mit unserem grössten Stand vor Ort, haben entsprechend viel Personal dabei und bieten darüber hinaus noch das zusätzliche Angebot eines CV-Checks an, der sich immer grosser Beliebtheit erfreut. So gross, dass unsere Recruiter am besagten Messetag förmlich überrannt wurden. So bin ich aufgrund meiner bisherigen Recruiting-Erfahrung kurzfristig eingesprungen und habe ein wenig ausgeholfen. Dabei wurde ich ganz spontan von Pascal Kaufmann, Head of Mobile Integration, der als Vertreter der Linie vor Ort war, unterstützt. Gemeinsam haben wir die CVs kritisch geprüft, diskutiert und unsere Tipps den Studenten weitergegeben, wobei wir beide stellenweise unterschiedliche Ansichten teilten. Immerhin konnten wir uns letztendlich doch noch einigen…zwar nicht was die CVs anbelangt, aber dafür auf dieses Interview;)

Lieber Pascal, Du hast uns an den Absolventenkongress begleitet, um uns fachlich zu unterstützen und Swisscom als tolle Arbeitgeberin zu repräsentieren. Was schätzt Du persönlich besonders an Swisscom? Weshalb macht es Spass, hier zu arbeiten?

Grundsätzlich sehe ich zwei Hauptpunkte. Der erste ist, dass es Spass macht in einem Unternehmen zu arbeiten, welches sich selber neu erfindet. Die klassische Telekommunikation hat mit sinkenden Margen zu kämpfen und Swisscom muss sich in der Industrie 4.0 behaupten können. Persönlich bedeutet das: Interessante bereichsübergreifende Projekte, unglaubliche Chancen auf allen Stufen und ein offenes Ohr gegenüber jungen Personen, die die Welt halt ein bisschen anders sehen als andere. Langweilig wird es in der Swisscom nie.

Der zweite Punkt ist für mich persönlich die Unternehmenskultur und die Art der Kommunikation im Konzern. In unserem Team versuchen wir die Bürokratie ständig in Schach zu halten, tragen und fördern Verantwortung und unternehmerischen Mut jedes Einzelnen.

Wie lange arbeitest Du nun bereits bei Swisscom und wie bist Du zu Swisscom gelangt?

Ich hatte die Chance genutzt, 2007 im SAP Consulting der Resource Informatik AG einzusteigen. Das war ein erfolgreiches KMU, welches im Jahr 2009 von der Swisscom IT Services AG gekauft wurde. Bei Swisscom angekommen bin ich allerdings erst 2012, als wir vom ehemaligen Büro oberhalb des Glattzentrums an die Pfingstweidstrasse 51 an der Hardbrücke umgezogen sind, und damit die Integration abgeschlossen war. Ich bin also quasi von der Swisscom einverleibt worden. Zum Glück, denn die Projekte wurden nur noch besser und spannender!

Pascal Kaufmann

Deine jetztige Funktion nennt sich Head of Mobile Integration. Was macht eigentlich ein Head of Mobile Integration bei Swisscom?

Wir als Team mobilisieren Geschäftsprozesse für Grossunternehmen in der Schweiz mit Hilfe neuester IT Technologien. Ich selber bin vor allem in der Ausarbeitung von Angeboten (Presales), und im Ressourcenmangement tätig. Das Team als Ganzes selber besteht aus hochspezialisierten Software Architekten in den Themen  iOS, Android, Windows Phone und SAP Enterprise Mobility, die beim Kunden als Berater auftreten, Projekte leiten aber auch selber die technische Implementierung (Architektur und Entwicklung von mobile Apps) durchführen. Ich führe zwar disziplinarisch und gebe ab und zu Anregungen zu angewandten Methoden in Projekten, in die Softwareentwicklung selber mische ich mich aufgrund der Teamzusammenstellung nicht ein; die wissen viel besser wie ein spezifisches Problem gelöst werden kann.

Was für ein Background ist nötig, um dahin zu kommen, wo Du jetzt bist?

Der Background ist nicht unbedingt entscheidend. Jeder Vorgesetzte musste sich (irgendwann) mal als Fachspezialist beweisen. Ohne Fleiss und Spass (!) an der Arbeit wird es nichts. Ich war in meinem Gebiet einer der Besten, tat mehr als ich hätte tun müssen und konnte auf einen Chef zählen, der mich gefördert und gefordert hat. Persönlich habe ich eine Lehre als Informatiker Richtung Systemtechnik abgeschlossen, eine on-the-job Ausbildung in der Unternehmensberatung genossen, in den USA ein bisschen Englisch gelernt und danach nebenberuflich ein Studium als Wirtschaftsinformatiker abgeschlossen. Ich wurde allerdings bereits ins Swisscom Kader befördert, bevor ich das Studium abgeschlossen hatte.

Wie Dir unschwer anzusehen ist, bist Du noch relativ jung (A.d.R: Jahrgang 1987) und führst bereits Dein eigenes Team von 6 Personen. Was ist für Dich die grösste Herausforderung dabei und wie bewältigst Du diese?

Meistens habe ich dann viel zu tun, wenn es Probleme irgendeiner Art gibt. Die grösste Herausforderung ist daher vielfach die Anforderungen aller Stakeholders in Einklang zu bringen und nicht zu früh, aber auch nicht zu spät, eine Entscheidung zu treffen. Win / Loose Entscheidungen liegen vielfach auf der Hand und mann muss sich ständig zwingen, nicht den Weg des kleinsten Widerstands einzuschlagen.

Was gefällt Dir am Besten an Deinem Job?

Entscheiden und Visionen aktiv angehen, anstatt nur darüber nachzudenken.

Vielen lieben Dank Pascal.