Sichtweisen über Generationen hinweg austauschen

Im iT Leadership Programm bei Swisscom rüsten sich Führungskräfte gemeinsam für die Herausforderungen der Zukunft aus. Dabei soll zu Beginn des Programms ein Perspektivenwechsel stattfinden. Erfahrene Führungskräfte und junge Lernende und Studenten tauschen sich über ihre Sichtweisen aus. Was kommt bei dieser ungewohnten Zusammenstellung heraus? Ich habe vor Ort nachgefragt.

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Marcel Wildhaber, Market Developer
Marcel, du nimmst als Führungskraft am iT Leadership Programm von Swisscom teil. In den nächsten Workshops referieren renomierte Speaker – nun hast du dich zu Beginn mit Lernenden und Studenten zum Thema Führung ausgetauscht. Wieso ist dieser Austausch wertvoll?
Ich kenne zwar die Sicht der Jungen im Privaten, empfinde aber gerade die Ansichten im Geschäftlichen als bereichernd: Diese sind unverbaut und haben mich angeregt, die eigene Position zu überdenken. Gleichzeitig haben mich Aussagen darin bestärkt, dass viele Führungswerte auch bei der heutigen Jugend gefragt sind.

An welche Werte denkst du?
Auf der einen Seite, dass Jugendliche gerne eine gewisse Leitlinie sehen und wissen wollen, wohin es geht. Gleichzeitig möchten sie den Weg dahin kreativ gestalten und sich selbst verwirklichen. Ich versuche das heute schon so zu leben. Der Austausch mit den jungen Personen hat mir bestätigt, dass dies genau einem Bedürfnis von jungen Generationen entspricht.

Adrian Meier, Lernender Mediamatiker
Adrian, In Speed-Dating-Manier hast du nun Führungspersonen kennengelernt. Grosse Themen waren Flexibilität, Selbstständigkeit und Eigeninitiative. Braucht es da in Zukunft überhaupt noch Führungspersonen?
Ja, auf jeden Fall. Aus meiner Sicht muss eine Führungskraft in Zukunft aber nicht einzig durch Fachkompetenzen überzeugen, sondern bewusst coachen, managen und mich bei der Struktur und Zielorientierung challengen. Zusätzlich wünsche ich mir von einer Führungskraft, dass sie den Raum schafft, eigene Ideen umzusetzen.

Mit flexiblen Arbeitsformen gerät die persönliche Balance der Mitarbeitenden immer stärker in den Fokus der Führungsaufgaben. Wie kann eine Führungsperson diese Balance fördern?
Ich wünsche mir, dass die Work-Life-Balance nicht allgemein durchgesetzt, sondern auf die persönlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten abstimmt wird. Jeder Mitarbeitende hat eigene Kreativ- und Produktivphasen. Diese sollten individuell berücksichtigt werden.

Anja Heggeli, Workshop-Leitung
Anja, Nach dem Workshop haben sich einige Teilnehmende bei dir beschwert. Sie hätten sich noch mehr Zeit im Austausch mit den jungen Personen gewünscht. Wieso ist der Austausch für die erfahrenen Führungspersonen so interessant?
Der Austausch schafft eine Perspektive direkt aus der Generation, in der Führung eine ganz neue Bedeutung hat. Wir haben die Lernenden und Studenten zudem ermutigt, ehrliches und auch kritisches Feedback zu geben. Diese direkten Rückmeldungen kommen im Daily Business oft zu kurz, bringen aber einen grosses Lerneffekt mit sich.

1250 Führungskräfte haben den Austausch-Workshop mit Stundenten und Lernenden durchlaufen. Welches ist aus allgemeiner Sicht dein Highlight des bisherigen Leadership Programms?
Neben den hervorragenden Feedbacks zum Workshop mit den Lernenden und Stundenten, konnte aus einem Beitrag zu „Connected Company“ bereits ein erster Input in der Organisation umgesetzt werden: Eine Führungsperson war von diesem Modell so begeistert, dass sie die Ideen weiterentwickelt und dann direkt in ihrem Bereich vorgestellt und umgesetzt hat. So hat sich eine Abteilung mit 200 Mitarbeitenden im Bereich Banking anhand einer neu vernetzten Struktur aufgestellt.

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