6 Dinge, die ich als Teilnehmer an den SwissSkills 2014 gelernt habe

Während vier Tagen stand an den SwissSkills Bern die Berufsbildung im Rampenlicht. Ich durfte als Mediamatiker antreten. Für das Schweizermeister-Diplom hat es nicht gereicht. Und doch reise ich als Gewinner ab. Das nehme ich von den Berufsschweizermeisterschaften mit.

Während vier Tagen stand an den SwissSkills Bern die Berufsbildung im Rampenlicht. Ich durfte als Mediamatiker antreten. Für das Schweizermeister-Diplom hat es nicht gereicht. Und doch reise ich als Gewinner ab. Das nehme ich von den Berufsschweizermeisterschaften mit.

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1) Die Berufslehre ist eine praktische Sache
Neben den 1000 Teilnehmenden hat die SwissSkills vor allem einen grossen Sieger hervorgebracht: Die Berufslehre. Diese profitierte von der medialen Aufmerksamkeit und der Chance, sich Tausenden Schülern – die vor ihrer Berufswahl stehen – von der besten Seite zu zeigen. Denn die Möglichkeiten des Schweizer Berufsbildungssystems sind alles andere als selbstverständlich. In den begeisterten Reden und Referaten von Politikern und Wirtschaftsvertretern wurde immer wieder erwähnt, wie einmalig diese Chance ist, direkt nach der obligatorischen Schulzeit in die Praxis eines Unternehmens eintauchen zu können.

2) Kein Abschluss ohne Anschluss
Für mich liegt die grosse Chance am dualen Bildungssystem darin, dass eine Lehre Erfahrungen in der Praxis ermöglicht – und gleichzeitig viele Türen für vertieftere Ausbildungen öffnet. Wie wertvoll diese Türen sind, zeigte sich aus den Gesprächen unter uns Teilnehmenden und wurde an einer Sonderschau aufgenommen. Denn klar ist: Nach der Lehre hat man nicht ausgelernt.

3) Ich habe den spannendsten Beruf der Schweiz
Unsere Aufgabe an der Mediamatik-Schweizermeisterschaft war, zum Markteintritt eines Kleiderbrands ein Kommunikationskonzept, ein Video-Storyboard, eine Werbegestaltung sowie ein Website-Layout zu erstellen. Ich habe viele spannende Aufgabenstellungen in Bern gesehen. Aber der Vielseitigkeit der Mediamatik-Aufgabe – die übrigens längst nicht das gesamte Berufsbild abdeckt – können wenige Berufsbilder das Wasser reichen.

4) Jeder Teilnehmer findet seinen Beruf den spannendsten
Mit der Aussage, die Mediamatiker-Ausbildung sei die vielseitigste der Schweiz, macht man sich unter den Teilnehmenden wenig Freunde. Denn die ambitionierte Atmosphäre an den SwissSkills lebt davon, dass jeder für seinen Beruf einsteht. Jeder liebt, was er tut.

5) SwissSkills mit 3 „s“ dazwischen
Es war eindrücklich zu sehen, wie viele Fäden hier rund um uns Teilnehmer zusammenliefen. Die SwissSkills waren pompös organisiert – die Veranstalter haben einen super Job gemacht. Nur der Name war zu Missverständnissen verurteilt: In Schweizerdeutsch ausgesprochen fällt bei „Swiss Skills“ rasch das dritte „s“ dazwischen weg.

6) Ja, ich arbeite gerne im Büro.
155’000 Besucher haben die SwissSkills 2014 besucht. Und dabei uns Teilnehmenden genau auf die Finger geschaut. Für Detailhändlerinnen oder Serviceangestellte nichts Neues, für „Bürogummis“ wie mich jedoch sehr ungewohnt. Vor allem in der ersten Wettkampfstunde fühlte ich mich durch die neugierigen Besucherblicke bespitzelt. Kreativ sein unter Beobachtung? Nicht meine Stärke. Ich weiss jetzt, wieso ich gerne im Büro arbeite. Und nicht in einem Schaufenster oder Zoo.

Zugegeben: Als mein Name bei der Rangverkündigung nicht über die Lippen der Moderatorin Christa Rigozzi geht, bin ich kurz enttäuscht. Sofort schwirrt mir durch den Kopf, was ich rückblickend alles hätte besser machen können. Eine Chance, es besser zu machen, erhalten hoffentlich schon bald meine jüngeren Kollegen. Zum Schluss der SwissSkills 2014 liebäugeln die Veranstalter nämlich bereits mit einer nächsten Durchführung 2016. Ich hoffe, es klappt. Denn es gibt viel zu gewinnen: Für jeden Teilnehmenden. Und längst nicht nur für die Sieger.

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Mehr zur Mediamatik-Lehre: https://ict.swisscom.ch/2013/07/mediamatiker-haben-noch-viel-mehr/

Bildquellen
Vorschaubild: Twitter, @OpuICT
Restliche Bilder: Oliver Kerrison