5 Grosse und 5 Kleine

Gedanken zur Zukunft - typisch für den Jahresanfang - aber konkret in je 5 Dingen, die längerfristig die ICT und die ganze Menschheit verändern werden. Überlege dir doch selbst, welche Dinge es für dich sind, bevor du (hoffentlich) meine Liste ansiehst.

Am Jahresanfang überlegt sich mancher, was das Jahr so bringt. Dieses Jahr möchte ich den Blick etwas weiter als ein Jahr schweifen lassen und je 5 Dinge suchen, die das Leben im ganz grossen und in der Welt der ICT beeinflussen, sozusagen die Big Five des Abenteurers (ICT-)Mensch. 

 

Die 5 Grossen

Diese 5 Errungenschaften werden das Menschsein verändern:

  1. Die universelle Formel der Physik, die alle Kräfte zusammenfasst, dunkle Energie und Materie natürlich inbegriffen (Michio Kaku: The Universe in a Nutshell).
  2. Schaffung von künstlicher Intelligenz, die intelligenter ist als wir (The Technological Singularity).
  3. Unsterblichkeit (Kontrolle des Alterns, d.h. wir können leben so lange wir wollen).
  4. Entdeckung ausserirdischer Intelligenz, irgendwo da draussen.
  5. Beliebig verfügbare, billige (und risikoarme) Energiequellen.

Über diese Punkte, ihre Eintrittswahrscheinlichkeiten und Folgen, lässt sich trefflich streiten. Aber sie zeigen, dass die Veränderungen, die uns die ICT bringen kann zwar wichtig, aber nicht so bedeutend sind, wie wir in diesen Jahren vielleicht denken. ICT macht natürlich einige der obigen Punkte überhaupt erst möglich.

Also deshalb zu den “kleinen” Errungenschaften der ICT.

5 Kleine

In 10 Jahren

  1. Cloud: ICT Services, die nicht aus einer Cloud bezogen werden, sind Spezialfälle. Treiber ist die Standardisierung der Plattform, z.B. Docker, und die Definition in Software von vielem, was heute in Hardware geschieht (z.B. Router). Mit Containern wie Docker verwischt der Unterschied zwischen reiner Infrastruktur und Plattform (IaaS, Paas). Cloud Services können maschinell bestellt und verwaltet werden (API-driven).
  2. Trotz der Wichtigkeit von Software und Services haben Errungenschaften der Hardware vieles im vergangenen Jahrzehnt erst möglich gemacht. Geräte (Devices) sind auch in den nächsten zehn Jahren ein wichtiger Treiber:
    • Geräte: Wir tragen keine Geräte mehr herum, um sie an einem anderen Ort zu brauchen. Einen Laptop einzupacken, zu transportieren und an einem anderen Ort wieder auszupacken ist widersinnig, wenn überall Displays und Tastaturen vorhanden sind und Daten in der Cloud (gespiegelt) sind.
    • Wir identifizieren uns mit einem Device am Handgelenk (das vielleicht auch die Uhrzeit anzeigt), denn wir können das Handgelenk bewegen, auch wenn unsere Hände nicht frei sind, um etwas aus seiner Tasche zu ziehen. Identifizieren umfasst natürlich auch Zugänge öffnen oder bezahlen. Das Gerät wird so komfortabel sein, dass wir es beinahe nie ablegen.
    • Viele Dinge sind mit dem Internet verbunden (Internet of Things). Wir wissen noch nicht, was sie damit alles machen können – so wie die Internet Pioniere keine Ahnung hatten, was mit dem Internet alles machbar ist.
  3. Die Kreativität solche Anwendungen zu finden, liegt bei vielen einzelnen – die durch APIs und Standard von Ökosystemen profitieren können (API Economy). Ökosysteme werden deshalb noch zentraler: Grosse Player bauen die Ökosysteme, kleine Player füllen sie mit Kreativität.
  4. Programmierung: Ausnutzung von Multi-Core für alle Programmierer, ohne besondere Kenntnisse. Es wird eine Sprung benötigt, wie von Assembler zu Hochsprachen oder die Objektorientierung. Dies erlaubt viel mehr Leuten, effizient zu programmieren und zu den Ökosystemen beizutragen.

In 20 Jahren

  1. Informationsprozesse in der Wirtschaft sind fast vollständig digitalisiert. Scannen, kopieren, gar abtippen oder neu erfassen von Daten ist Vergangenheit. Eigentlich wäre das schon in 10 Jahren zu erwarten, aber solche Dinge ändern (zu) langsam. Voraussetzung ist auch hier die Standardisierung in Form der API Economy, d.h. Daten und Prozesse sind wie APIs verfügbar und möglichst offen.

5 grosse und 5 kleine Errungenschaften zu finden war für mich spannend. Was lasse ich aus, was halte ich für wichtig? Was siehst du ganz anders? Welches sind deine 5 Favoriten?