Szenarien einer vernetzten Gesellschaft

Um die Zukunft einer vernetzten Gesellschaft besser zu verstehen, hat Swisscom das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) zu einer Studie beauftragt. Die Studie soll helfen zu verstehen, wie wir die Chancen der zunehmenden Vernetzung nutzen und negative Veränderungen verhindern.

Vernetzte_Gesellschaft

Jährlich findet die in Las Vegas die Consumer Electronics (CES) statt. Ein Grossteil der neuen Gadgets dieses Jahres zeichnen sich dadurch aus, dass sie vernetzt sind. Das heisst, sie sind untereinander verbunden und nutzen häufig Dienste aus der Cloud. Das Internet der Dinge ist vermehrt auf dem Vormarsch. Schauen wir zurück, so merken wir, dass es gerade 8 Jahre her ist, seit das iPhone eingeführt wurde. Smartphones haben unser alltägliches Verhalten im Umgang mit Medien und vernetzten Geräten stark verändert.
Um nur einige Änderung zu skizzieren: Die meisten erinnern sich bestimmt noch an das zeitraubende Einwählen ins Internet via Modem vor erst 15 Jahren. Heute ist es ein simpler Klick und wir schauen beispielsweise zeitversetzt TV auf dem Tablet oder Smartphone – und dies unterwegs. Allein in der Schweiz wurden letztes Jahr 19 Milliarden Nachrichten über den Gratis-Dienst WhatsApp versandt, obwohl dieser Dienst erst seit 2009 die klassische und kostenpflichtige SMS ersetzte. Der durchschnittliche Schweizer ist heute 85 mal pro Tag am Handy, Tendenz steigend. Always on ist bei vielen Nutzerinnen und Nutzern beruflich wie auch privat zu einem grundlegenden Bedürfnis – ja gar zu einer Notwendigkeit – geworden. Der Wandel innerhalb einiger weniger Jahre ist enorm.

Die Zukunft der digitalen Gesellschaft gestalten

In 8 Jahren werden wir allenfalls dasselbe sagen über einzelne neue vernetzte Gadgets, welche gerade an der CES vorgestellt wurden. Das mobile Internet, das Internet der Dinge und die Cloud sind Technologien, die unsere Wirtschaft und Gesellschaft in den nächsten zehn Jahren am grundlegendsten verändern werden. Crowdsourcing und Crowdfunding sind Plattformen, welche zunehmend relevant werden. Um die Zukunft einer vernetzten Gesellschaft besser zu verstehen, hat Swisscom das Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) zu einer Studie beauftragt. Die Studie soll helfen zu verstehen, wie wir die Chancen der zunehmenden Vernetzung nutzen und negative Veränderungen verhindern. Die Studie versucht, die häufige Skepsis gegenüber Wandel aufzulösen und aufzuzeigen, wie wir gemeinsam nachhaltig handeln und Lösungen finden können. David Bosshart vom GDI sagt dazu: „Wie wir mit den Dingen der Zukunft umgehen werden, liegt an unserer Einstellung. Wer einem Wandel offen begegnen kann, hat mehr Einfluss auf den gesamten Veränderungsprozess“. Die Netze waren lange nicht politisch; heute nehmen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft Einfluss auf den technologischen Wandel. Wir alle sind also in der Lage die Umsetzung zu beeinflussen. Dazu ist eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit der Thematik grundlegend um zukünftige Fragen aufzuwerfen, zu diskutieren und die Zukunft zu gestalten.

Thesen über Thesen, Fragen über Fragen

Stimmt die These, dass wir in Richtung dematerialisierte Welt unterwegs sind? Was früher vielerorts im Bücherregal stand wird heute in der Cloud aufbewahrt. Brauchen wir zukünftig also noch so viel Platz wie heute?

Stimmt die These, dass alle Objekte miteinander vernetzt sind und untereinander kommunizieren? Wird der Kühlschrank selber nachbestellen? Wie stark möchten wir und werden wir unabhängig bleiben? Wer kontrolliert den Datenfluss? Wer stellt sicher, dass das Internet reibungslos funktioniert?

Stimmt die These, dass Autos in Zukunft selber fahren? Welche Aufgaben im Wissensbereich werden automatisiert? An was werden wir Menschen arbeiten?

Welches Szenario ist wünschenswert?

Die Studie versucht, Antworten zu einzelnen Fragen zu geben und skizziert mittels vier Szenarien unterschiedliche Zukünfte. Zentraler Aspekt ist dabei die Datenkontrolle und der Wohlstand. Die Szenarien sind:

  • Digital 99 Percent – Unsere Daten werden fremdkontrolliert und der Wohlstand sinkt. Nur wenige profitieren von der Digitalisierung.
  • Low Horizon – Wir haben zwar die Kontrolle über die Daten, aber der Wohlstand ist gesunken. Viele verzichten auf den technischen Fortschritt, da sie wenig Nutzen sehen und Eigenständigkeit bewahren wollen.
  • Holistic Service Community – Wir haben eine tiefe Kontrolle über unsere Daten, aber dafür wächst der Wohlstand. Die Menschen vertrauen sich den Unternehmen an und lassen sich von ihnen häufig unbewusst steuern.
  • Dynamic Freedom – Wir haben eine hohe Kontrolle über unser Daten und auch der Wohlstand wächst. Wir spielen mit dem Netz und leben das Netz. Freier Zugang zu Wissen und Bildung ist möglich und die Produktion wird dezentralisiert.

Welches der Szenarien bevorzugst Du? Welches Szenario befürchtest Du?

Die Studie “Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft” kannst du dir hier gratis downloaden. Den Stream der Präsentation inklusive Podiumsgespräch findest du hier.