Wie interagiert SAP BI mit Big Data?

Schon ein paar Mal haben wir Euch etwas über die Welt von Big Data und deren Einbindung in die SAP-Anwendungslandschaft erzählt. Dazu gibt es unzählige Use Cases in der Theorie. Was bisher noch fehlte, ist ein konkreter Anwendungsfall. Gesagt, getan! Wir haben uns Block und Bleistift in die Hand genommen und ein komplettes Szenario entwickelt  –  Doch mehr dazu später.

Big Data? Einführung in Kürze

Big Data ist die Schwesterdiszipin von Business Intelligence (BI). Im BI ist das kleinste Element – der einzelne Datensatz – relativ hochwertig. Er beschreibt sehr genau ein Resultat aus einem Geschäftsprozess. Das kann z.B. ein Rechnung mit genauen Angaben zum Sender, Empfänger, Datum und Betrag sein. Jeder einzelne Datensatz ist entscheidend, damit ein Bericht richtig und aussagekräftig ist. Beim Entwurf eines BI Systems ist oft sehr gut bekannt welche Fragestellungen das System beantworten können muss. Bei Big Data werden dagegen eher alle vernünftig erreichbaren Daten einbezogen, um sich alle Optionen für Analysen offen zu halten.

Ein naheliegendes Erkennungsmerkmal von  Big Data sind die Datenvolumina. Wikipedia generiert einen Log-Datensatz bei jedem Aufruf ihrer Website. Durch geschicktes Zusammenfassen und Filtern kann man herausfinden, in welchen Ländern sich gerade Grippeepidemien entwickeln, weil sich die Internetnutzer mit Wikipedia Artikeln informieren. Diese Information kann für Behörden aber auch für Medikamentenhersteller und Apotheken wertvoll sein.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit  zentral analysiert

Zurück zu unserem Case. Was wäre, wenn man die Heizkosten eines Gebäudes mit der tatsächlichen Raumtemperatur korrelieren könnte, um davon wichtige Erkenntnisse für den zukünftigen Verbrauch abzuleiten? Anhand typischer Gebäudestammdaten wie der Art und weise der Nutzung (betrieblich, kommerziell, etc.) können so interessante Muster und Handlungsoptionen abgeleitet werden. Was haben wir nun gemacht? In unserem Büro an der Pfingstweidstrasse 51 in Zürich platzierten wir in einem Raum einen Sensor (mit SIM-Karte) zur Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dieser misst jede Sekunde die aktuellen Werte beider Parameter im Raum.

Über einen Webservice schreibt der Sensor diese dann in Echtzeit auf einen Apache Hadoop Server in der Cloud. Auf der Hadoop können diese Maschinendaten in tiefer Granularität günstig gehalten werden. Mittels dem sogenannten Smart Data Access (SDA) in SAP HANA greifen wir dann virtuell aus unserem SAP Business Warehouse (SAP BW) auf die Messdaten zu. Gleichzeitig stehen in SAP BW betriebswirtschaftliche Stammdaten zu den Räumen zur Verfügung. Obwohl beide Datenströme einen anderen Lifecycle haben – die Bewegungsdaten in Realtime und die Stammdaten höchstens täglich – setzen wir sie nun miteinander in Verbindung. Denn im Gegensatz zu Big Data Insellösungen bringt eine mit den Unternehmensdaten abgestimmte Architektur den Mehrwert, dass diese Informationen in einem bekannten betrieblichen Kontext genutzt werden können!

Und so sieht unsere Architektur aus:

lisa_architecture

Damit ist die Basis gelegt, um die Daten in Echtzeit in SAP Business Objects Design Studio mit einem plattformunabhängigen und mobilefähigen HTML5-Dashboard anzuzeigen.

So sieht das bei uns aus:

lisa_dashb
Das Ziel unseres Cases warin erster Linie, die technischen Möglichkeiten aufzuzeigen. Unsere Erkenntnis ist: Ja, es funktioniert! Der Schlüssel liegt letztlich darin, für jedes Projekt einen guten Business Case zu definieren, in dem diese technischen Möglichkeiten einen Mehrwert erbringen.

Viele Grüsse
Matthias

Was denkt ihr über diesen Case?

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