Solar Impulse – Roger und Manuel berichten aus dem Mission Control Center

Nanjing – da befinden sich momentan Bertrand Piccard und André Borschberg auf ihrer Round-the-World-Reise, die am 9. März 2015 in Abu Dhabi begann und bisher über Oman, Indien und Myanmar nach China führte. Und bald schon soll es weitergehen: Mit dem langen Flug von fünf Tagen und fünf Nächten über den Pazifischen Ozean steht ab Mitte Mai die schwierigste Etappe dieses Abenteuers an. Anschliessend führt sie ihr Weg über die USA und den Atlantischen Ozean zurück nach Abu Dhabi, wo sie mit ihrer Landung Geschichte schreiben würden – damit wären sie die ersten, die ohne einen Tropfen Treibstoff die Welt umrundet haben.

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Mittendrin in diesem Abenteuer befinden sich Manuel Haag und Roger Jegerlehner von Swisscom Innovations: In ihrem Team haben sie die Satellitenkommunikationslösung für Flugzeug und Boden entwickelt. Nun stellen sie im Solar Impulse Mission Control Center von Monaco aus sicher, dass die Swisscom-Lösung einwandfrei funktioniert, um die für die Mission erfolgskritische stabile Kommunikation zwischen Solarflugzeug und Crew am Boden zu gewährleisten.

Während der Ruhe vor dem Sturm haben sich Manuel und Roger die Zeit genommen, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

Roger, erzähl, wie müssen wir uns die Arbeit für Solar Impulse vorstellen?

Roger: Unsere Zusammenarbeit mit Solar Impulse ist sehr eng und motivierend. Wir haben viel Kontakt mit anderen Ingenieuren im Team und den beiden Piloten Piccard und Borschberg. Ihre positive, unternehmerische Art zu arbeiten ist ansteckend. Steht man irgendwo an, gilt stets das Motto „try harder“. Sie motivieren uns immer wieder aufs Neue, andere Wege zu finden, wenn etwas nicht klappt. Dieses „Out of the box“-Denken ist für alle im Projekt fordernd. Der Teamgeist schweisst uns zusammen, jeder von uns gehört voll dazu.

Dann seid Ihr auch als Swisscom-Mitarbeitende vollwertiger Teil des Solar Impulse Teams?

Manuel: Ja, jetzt schon, aber das war nicht immer so. Wir haben uns vom normalen Lösungsanbieter zu einem hochspezialisierten, verlässlichen und persönlichen Partner hingearbeitet. Dies widerspiegelt sich auch in den vielen positiven Feedbacks, die wir vom Team und den Piloten bekommen.

Roger: Gerade zu Beginn des Projekts hatten wir viel Druck, weil keiner genau wusste, ob alles wirklich so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt hatten. Während den vergangenen Europaflügen und der Amerika Mission konnten wir beweisen, dass unsere Lösung sicher und stabil läuft. Ein grosser Erfolg auch für uns.

Roger und Manuel im Mission Control Center  in Monaco während des ersten Take-offs in Abu Dhabi.

Roger und Manuel im Mission Control Center in Monaco während des ersten Take-offs in Abu Dhabi am 9. März 2015.

Wie seid Ihr bei der Erstellung der Kommunikationslösung vorgegangen? Was waren die kritischen Punkte?

Roger: Wir hatten zwar grobe Anforderungen wie bspw. 5 kg Gewicht, Schwankungen im Temperaturbereich etc. Vieles haben wir aber auch selbst erarbeitet, da es bis dahin noch gar kein Flugzeug gab, in das wir unsere Lösung hätten hineinbauen können. Wir haben uns daher für die Scrum-Methode entschieden, bei der Prozessschritte so definiert werden, dass nach Ablauf von jeweils 14 Tagen konkrete Ergebnisse präsentiert werden können. Das erlaubte uns, schnell auf Veränderungen zu reagieren und dem Kunden regelmässig Prototypen zu präsentieren. Trotzdem liessen sich Missverständnisse nie ganz ausschliessen. Wir haben zu Beginn des Projekts einen Prototypen vorgestellt, der dann komplett überarbeitet werden musste, da im Flugzeug doch keine Druckkabine eingebaut wurde. Das Beispiel zeigt, wie zentral die Agilität für den Erfolg dieses Projekts war.

Auf was seid Ihr besonders stolz?

Roger: Mein Herzblut steckt in diesem Projekt. Ich finde es schön, für ein Projekt arbeiten zu dürfen mit dem Ziel, die Potenziale von sauberen Energien vorzuführen. Viele Kritiker haben zu Beginn behauptet, dass ein so grosses und leichtes Solarflugzeug niemals abheben könne. Wir leisten mit unserer Kommunikationslösung einen kleinen aber entscheidenden Beitrag dafür, dass das Projekt gelingt. Unsere Lösung ist nicht nur Entertainment, sondern kritisch für den Erfolg der ganzen Mission.

Manuel: Ich bin stolz darauf, dass jedes einzelne Bit, das vom Flugzeug am Boden ankommt oder vom Boden ins Flugzeug gesendet wird, über unser System läuft. Für mich ist es ein sehr inspirierendes Projekt mit einem schönen Ziel. Ich wünsche mir, dass die Weltbevölkerung, die dank unserer Lösung das Abenteuer hautnah erleben kann, sich durch das Projekt ebenfalls inspirieren lässt.

Vielen Dank Manuel und Roger. Wir werden das Abenteuer gespannt weiterverfolgen und drücken Euch allen die Daumen für ein erfolgreiches Gelingen!

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