Wie und was in IoT alles zusammenhängt

IoT Ecosystem Zahnräder

Das IoT Ecosystem

Nach IEEE Standards Association ist das IoT Ecosystem bereits ein komplexes Gebilde und bezieht sich auf die Einbettung von physischen, vernetzten Objekten in einem Umfeld, in dem verschiedene und teilweise voneinander zusammenhängende Dienstleistungen, Komponenten und Märkte miteinander interagieren. Auch wenn diese Erklärung vorerst in sich schon komplex und etwas schwerfällig zu sein scheint, gibt die nachfolgende Darstellung mehr Insights 🙂

IoT Ecosystem Bereiche

Das IoT Ecosystem besteht gemäss der Abbildung oben aus folgenden Hauptbereichen:

  • Akteure (Players/Horizontals)
    Kommerzielle Players in der „on- und offline“ Welt, Regierung und Versorgung, Forschung und Entwicklung, usw.
  • Marktsegmente (Verticals)
    eHealth, Smart Transportation, Smart City, Smart Building (z.B. Aufzüge) Energie / Smart Grid, usw.
  • IoT Bausteine/Komponenten (Hard- und Software)
    Sensoren, Aktuatoren, Smart Devices, Mikroprozessoren, usw.
  • IoT Service Anbieter
    Konnektivität- und Geräte-Management Plattformen, Daten Management Plattformen, Sicherheitsmanagement Plattformen, usw.
  • IoT Anwendungsgebiete
    Einsatzbereiche wie in SmartHome, Industrie (4.0), Retail, usw.

Die Gliederung ist in einzelnen Bereichen bestimmt nicht abschliessend, wie z.B. im Bereich der Sicherheit oder Analytics, weil mit der zunehmenden Verbreitung weitere Verästelungen zu rechnen ist.

Auch wenn im Zusammenhang mit Ecosystemen die Darstellungsvariante mit Marken geläufiger ist, bevorzuge ich die neutrale Darstellungsform. So kann vermieden werden, die Übersicht ständig mit neuen Marken aktualisieren zu müssen. Vollständigkeitshalber ist unten die IoT Marken-Landschaft aufgeführt.

IoT Ecosystem Landscape

IoT Ecosystem Landscape – Quelle: http://techcrunch.com/2014/12/02/the-internet-of-things-is-reaching-escape-velocity/ (c) by Matt Turck, David Rogg und FirstMark Capital

Die IoT Wertschöpfungskette

In Anlehnung an das Ecosystem ist in nachfolgender Abbildung die IoT Wertschöpfungskette zu erkennen. Obgleich die einzelnen Segmente abgetrennt zu einander dargestellt sind, werden sie je nach Unternehmen vereinzelt, wie z.B. spezalisierte Unternehmen, die nur Sensoren herstellen oder übergreifend kontrolliert oder beherrscht (der Netzbetreiber ist Service Enabler und System Integrator zugleich).

Wertschöpfungskette

IoT Wertschöpfungskette, Quelle: Schlautmann, Levy, Keeping, & Pankert, 2011

  • Module
    Bei den Modulen handelt es sich um die Bestandteile von intelligenten Produkten wie zum Beispiel Sensoren, Aktuatoren, Mikroprozessoren, Kommunikationseinheiten, usw. Unternehmen wie Sierra Wireless, Huawei, Gemalto, Microtronics, Arduino, Sensirion dominieren diesen Markt (vgl. dazu mein Blog-Beitrag auf the-digital-challenge.blogspot.ch, Abschnitt „Sensoren und Aktuatoren“).
  • Intelligente Produkte
    Intelligente Produkte wie Parksensoren, intelligente Fahrradschlösser oder Smart Meter (intelligente Stromzähler), die aus Modulen bestehen und eine bestimmte oder mehrere Aufgabe(n) erfüllen. Die vernetzten Objekte werden in Segmenten wie Smart City, Energie, Konsumgüter, eHealth usw. eingesetzt und umfassen ein weites Anwendungsspektrum.
  • Netzbetreiber
    Die Netzbetreiber wie zum Beispiel Swisscom, Salt, Vodafone, UPC Cablecom ermöglichen die Kommunikation von vernetzten Objekten. In Infrastrukturen, wie zum Beispiel in Gebäuden, erfolgt die Kommunikation der Objekte via Kabel, WiFi, Zigbee, Z-Wave. Während Objekte, die eine mobile Anwendung haben, kommunizieren über LPN, GPRS, HSPA, 3G, 4G LTE, was ein Einsatz von Daten-SIM-Karten voraussetzt (vgl. dazu mein Blog-Beitrag auf the-digital-challenge.blogspot.ch, Abschnitt „Konnektivität“)
  • Service Enabler
    Der Service Enabler stellt Plattformen zur Verfügung, welche das Management der Konnektivität ermöglicht (z.B. SIM-Karten Management in Objekten). Dies ist oft ein Schlüsselfaktor, da beim Vertrieb grosser Anzahl von intelligenten Produkten sind manuelle Prozesse aus Kostengründen nicht mehr zumutbar. Auf solchen Plattformen werden sehr oft auch Abrechnungen zwischen B2B oder auch B2B2C ermöglicht, falls der Dienstanbieter (siehe unten) diese nicht anbieten kann. Die Abrechnungen erfolgen oft auf Datenvolumenbasis.
  • System Integrator
    Die Verwaltung der vernetzten Objekte (Firm-Ware Management, usw.) und auch die Verfügbarkeit von notwendigen API’s für Drittapplikationen, die eine Integration in Anwendungen ermöglichen, werden von Systemintegratoren in Form von Cloud-Plattformen zur Verfügung gestellt. Hier werden typischerweise Integrationen in ERP Systeme, in Business Intelligence, Big Data Analytics und Workflow Anwendungen sowie auch in Fremdapplikationen für erweiterte Services ermöglicht.
  • Dienstanbieter
    Der Dienstanbieter bündelt die Lösung, legt die Tarife für den Endkunden bzw. für den Wiederverkäufer fest, rechnet diese ab und bietet Unterstützung für die Kunden an. Der Dienstanbieter bringt alle Bereiche zusammen (Hardware, Konnektivität und Plattform) als eine Lösung für den Geschäfts- oder Privatkunden.
  • Wiederverkäufer
    Der Wiederverkäufer vermarktet sowohl die vernetzten IoT Objekte und auch die zugehörigen Dienstleistungen. Oft agiert auch der Hersteller oder der Netzbetreiber als Vermarkter von IoT Objekten ohne einen Zwischenhändler für den Vertrieb in Anspruch zu nehmen.

 

Als M2M-Team Member bei Swisscom wage ich zu behaupten, dass wir so ziemlich alle Bereiche in der Wertschöpfungskette abdecken, auch wenn nicht alles direkt von unserem Team kommt:

IoT Wertschöpfungskette

Swisscom M2M/IoT Wertschöpfungskette

 

Hier einige Beispiele:

 

Fazit

Der Einsatz von IoT Technologien im Speziellen führt sehr oft dazu, dass neue, zuvor nicht vorhandene Möglichkeiten in Arbeitsabläufen zum Vorschein kommen, und sie wesentlich rationalisieren. Jedoch von noch hoher Bedeutung sind die neuen Produkte- und Dienstleistungsangebote, die durch die Vernetzung entstehen können. Die Nutzung von IoT Technologien impliziert umso mehr eine Transformation in der Strategie, in der neue Kompetenzen aufgebaut werden müssen.

Eine weitere wesentliche Schlussfolgerung aus meiner Sicht ist, dass Unternehmen das Konzept der Bildung von Ecosystemen stärker in der Unternehmensstrategie verankern sollten. Die offene und enge Zusammenarbeit mit verschiedensten Geschäftspartnern ermöglicht, wertvolle Inputs für die stetige Verbesserung und Erweiterung des Wertangebotes zu erhalten. Dies mit dem Ziel, für die Nutzer ein unverwechselbares Erlebnis in Verbindung mit der Marke zu kreieren. (as)