Virtual Reality – Vom Leben in einer anderen Welt

Am Swiss Economic Forum in Interlaken zeigen Swisscom und Somniacs mit dem Vogelflug-Simulator Birdly neue Dimensionen von Virtual Reality auf. Anlass genug, einen Blick in die Zukunft virtueller Realität zu werfen.

Der Traum vom Fliegen – einer, der fast so alt ist wie die Menschheit selbst. Fliegen – wer möchte das schon nicht? Der Traum ist mittlerweile zumindest virtuell Realität. Seit nämlich ein Team der Zürcher Hochschule der Künste daran herumgetüftelt haben, ist Fliegen für Menschen nun möglich geworden – jedenfalls virtuell. Ihr Projekt – Birdly, ein Vogelflug-Simulator, lässt den Menschen in einer virtuellen Realität mithilfe der HTC Vive Virtual Reality Brille tatsächlich eigenständig fliegen. Ein Novum im Bereich Virtual Reality. Entsprechend gross fallen Medien- und Publikumsinteresse aus. Die Innovatoren, die für die Vermarktung von Birdly die Firma Somniacs gegründet haben, können sich vor internationalen Anfragen kaum retten. Am Swiss Economic Forum in Interlaken, welches am 9. und 10. Juni stattfindet, zeigen Swisscom und Somniacs den Teilnehmenden mit Birdly neue Dimensionen auf und machen den Traum vom Fliegen auf eine spektakuläre Weise erlebbar.

Swisscom erfüllt zusammen mit Somniac am Swiss Economic Forum den Traum vom Fliegen. Foto: Sandra Blaser

Swisscom erfüllt zusammen mit Somniac am Swiss Economic Forum den Traum vom Fliegen. Foto: Sandra Blaser

Birdly ist aber nicht nur ein starker Publikumsmagnet, sondern auch ein Vorbote für alles, was im Bereich virtueller Realität noch auf uns zukommt. Diese hat bereits eine beachtliche Geschichte hinter sich. Besonders bei der Entwicklung von Games kam sie zum Einsatz, war aber technologisch nie genug ausgereift, um tatsächlich einen profitablen Markt entstehen zu lassen. Nicht zuletzt durch den Einsatz von 3D Brillen wie der HTC Vive sind viele Hindernisse mittlerweile überwunden und kommen der eigentlichen Definition von virtueller Realität immer näher. Das heisst, sie schaffen eine Welt, in die der Betrachter eintauchen, sich in ihr bewegen und seine Fantasien und Vorstellungen leben kann.

Zeit also, sich dem Thema Virtual Reality (VR) anzunehmen. Wie stark VR dereinst unser Leben beeinflussen und bestimmen wird, ist natürlich schwierig zu prognostizieren. Klar ist, dass sie ein riesiges Potenzial in diversen Lebensbereichen aufweist – deshalb wurde VR auch im Rahmen einer jährlichen Umfeld- und Trendanalyse als einer der Fokustrends identifiziert. VR wird massgeblichen Einfluss auf das Geschäft von Swisscom ausüben und dieses stark prägen. Die möglichen Einsatzfelder von VR sind breit. Sie reichen von der Automobilindustrie, wo sie für virtuelle Probefahrten genutzt werden könnte bis zur Phobientherapie, wo Probanden ihrer Angst in der VR-Welt ausgesetzt werden können, um einen Umgang damit zu lernen. Aber auch ganz alltägliche Situationen wie das Einkaufengehen könnte durch VR mittels virtueller Einkaufstouren verändert werden. Reiseziele, die aus gesundheitlichen Gründe nicht mehr bereist werden können, könnten virtuell besucht werden.

Doch mit dem Potenzial, unsere Lebensqualität zu verbessern und unser Leben zu vereinfachen, kommen auch Fragen auf. Wie wird sich das reale Ich mit dem virtuellen Avatar identifizieren? Besteht die Gefahr einer Verschmelzung der zwei Welten? Wie steht es mit Ethik in der VR? Was kann/darf man dem Konsumenten anbieten? Internationale Forscherteams beschäftigen sich aktuell mit diesen und weiteren Fragen und vertreten unter anderem den Standpunkt, dass erst rechtliche und ethische Richtlinien für den VR-Raum geschaffen werden müssen, um der Gefahr der Entstehung eines rechtsfreien virtuellen Raums vorzubeugen. Wichtig ist demnach, dass parallel zur Entwicklung und Integration von VR in unseren Alltag auch kontinuierliche Forschung stattfindet, die sich damit befasst, was durch die Nutzung von VR eigentlich mit dem Menschen passiert – mal ganz abgesehen davon, dass er sich seinen Traum vom Fliegen erfüllen kann.