Start-Ups im Grossunternehmen? Ein Rückblick als Summerpreneur

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Du magst dich ab der etwas ungewöhnlichen Berufsbezeichnung Summerpreneur wundern – was erwartet dich mit dieser Jobbeschreibung? Der Impact Hub Zürich bietet jährlich mit Partnern (u.A. Swisscom) ein Programm an, bei dem Praktikanten zu 90% in einem Start-Up arbeiten können. Dazu begleitend erlernen und üben sie freitagnachmittags die Skills eines Entrepreneurs an der Impact Hub Summer Academy.

Da der Begriff Start-Up nicht wirklich auf Swisscom zutrifft, fragst du dich vielleicht, wie Entrepreneur-Skills hier praktisch eingesetzt werden könnten? Der Pirates Hub der Swisscom hat den Auftrag, mit Start-Ups und Intrapreneurs zusammenzuarbeiten und so Innovationen in den Konzern hineinzutragen helfen. Und wie ich erfahren durfte, verlangt dies einen ausgeprägten Unternehmergeist.

Einerseits, weil konzerninterne Ansprechpartner den Nutzen hinter einer Neuerung auch sehen müssen, damit die Innovation umgesetzt werden kann. Andererseits gibt es in einem zunehmend internationalen und gesättigten Telekom-Markt einige Anbieter, welche die attraktivsten Start-Ups als Innovations-Partner identifizieren und für eine Zusammenarbeit gewinnen wollen. Eine grosse Herausforderung!

Besonders eindrücklich durfte ich dies während meinem Aufenthalt im Berliner Start-Up Ökosystem erfahren: Stark wachsende Coworking Spaces wie Berlin Factory, Mindspace, Ahoy etc., versuchen sich über Zielgruppe, Location, Preis oder die Qualität ihres Community-Managements zu positionieren. Es sind jedoch noch keine klaren Erfolgsmodelle bekannt, auf welche Weise sich Konzerne und Start-Ups vernetzen und voneinander profitieren können. Nach Beobachtung von Community Managers beteiligen sich Konzerne tendenziell gleich an mehreren Orten, um den „Sprung auf den richtigen Zug“ nicht zu verpassen – allerdings zum Teil ohne klares Konzept oder in rein finanzieller Natur. Darauf musste ich mich fragen: (Wie) Ist dies nachhaltig?

Beim Austausch mit Kollegen eines deutschen Telekommunikationsunternehmens konnten einige Erfolgsparameter identifiziert werden: Es muss intern visionäre Überzeugungsarbeit geleistet und der Nutzen aus der Zusammenarbeit zwischen internen und externen Partner erarbeitet und kommuniziert werden – am besten durch direkten Kontakt.

Bei der Swisscom Start-Up Challenge sowie im Kickbox Programm durfte ich erleben, wie diese Parameter umgesetzt werden. Am Letzteren durfte ich besonders intensiv mitarbeiten. Das besondere an jenem Projekt: Die Innovationen werden Swisscom intern gesucht und gefördert – trotzdem scheinen dieselben Erfolgsfaktoren den Ausschlag zu geben. Was ich dabei gelernt habe: Ob intern oder extern, Neues muss als sinnvoll angesehen werden, um wirklich angenommen zu werden. Eine wertvolle Erfahrung für jede und jeden, die lernen wollen, wie aus Abschirmung oder Disruption eine gemeinsame Innovation geschaffen werden kann.

Der Begriff „Summerpreneur“ fasst die vielseitige Aufgabenstellung sehr gut zusammen: Für einen Sommer kannst du dich bei „hands-on“ (z.B. Empfang an Start-Up Challenge) bis hin zu konzeptionellen Aufgaben (z.B. Aufdatierung Konzept der Kickbox) einbringen und aktiv mithelfen, neue Ideen in die Swisscom hineinzutragen. Ich kann es nur weiterempfehlen!