Work Smart: vielgepriesen und vernachlässigt

Sie wollen smart arbeiten, tun es aber kaum. So widersprüchlich verhalten sich Schweizer Industrieunternehmen rund um ihre Arbeitsumgebung. Dies zeigt eine neue Studie von PAC. Die Herausforderungen liegen nicht nur im technischen, sondern auch im organisatorischen und kulturellen Bereich - und dürfen nicht unterschätzt werden, wohl ganz unabhängig von der Branche.

Digitalisierung – ein Buzzword, das auch längst in die Schweizer Industrie Einzug gehalten hat. In vielen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes wird diskutiert, wie moderne Konzepte umgesetzt werden könnten. Cloud, Industrie 4.0, Artificial Intelligence: Viele Wege führen nach Rom respektive zu mehr Innovation und besserem Kundenservices. Es gibt immer mehr Methoden und Tools, die helfen sollen, effizient miteinander zusammenzuarbeiten. Reibungslose Zusammenarbeit und flexible Arbeitsweisen, die zu erhöhter Produktivität führen – ja, Schweizer Industrieunternehmen wissen, wie wichtig dies für ihren Erfolg und ihr Bestehen ist.

Ja, sie wollen smart arbeiten. Fakt ist aber: Sie tun es kaum.

Zwischen den hohen Ansprüchen an die Gestaltung von Arbeitsumgebungen in der Schweizer Industrie und der Realität klaffen gewaltige Lücken. Dies zeigt die neuste Studie, die Pierre Audoin Consultants (PAC) im Auftrag von Swisscom durchgeführt hat. Die Swisscom Experten Fabian Etter, Head of Innovation for Workspace & Collaboration, und Mario Schmuziger, Business Development Industrial IoT & Industry 4.0, haben diese Studienergebnisse kommentiert und aufgezeigt, wo die Herausforderungen liegen: Die Zusammenarbeit mit modernen Tools zu fördern, reicht demnach nicht. Der Weg in eine neue, smarte Arbeitswelt sollte strategisch geplant und nicht nur von den IT-Verantwortlichen, sondern auch von den Entscheidern der Linie sowie transversaler Bereiche wie HR und Kommunikation getragen werden. Hierarchien und Führungsgrundsätze müssen allenfalls überdacht werden. Und die Mitarbeitenden wollen bei der Anwendung neuer Tools und Arbeitsweisen begleitet und gefördert werden. Denn über Erfolg oder Misserfolg entscheiden schliesslich nicht Tools, sondern die Menschen, die diese Tools nutzen. Und das gilt nicht nur für den Industriesektor.

Ein aktuelles Beispiel aus der Swisscom Praxis, das gerade auch die Herausforderungen auf organisatorischer und kultureller Ebene aufzeigt, ist das Projekt Homeoffice im Contact Center. Hier trifft mit der Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten, eine flexible Arbeitsweise auf die relativ starren Strukturen eines Geschäftsbereichs. Das Projekt ist gelungen, weil es gut durchdacht und frühzeitig mit den Beteiligten abgestimmt wurde.