Zusammenarbeit in virtuellen Räumen – Unsere Erfahrungen und ein Ausblick

Virtual Reality ist in aller Munde. Die Möglichkeit mit einer Virtual Reality Brille in neue Welten einzutauchen fasziniert viele. Hautnah kann man beispielsweise mit Birdly zwischen Wolkenkratzern durchfliegen. Im letzten Jahr haben wir uns als Future Work Experience Team mit dem Thema Virtual Reality auseinandergesetzt und beispielsweise auch ein Teammeeting in OpenQwaq durchgeführt.

Virtual Reality ist in aller Munde. Die Möglichkeit mit einer Virtual Reality Brille in neue Welten einzutauchen fasziniert viele. Hautnah kann man beispielsweise mit Birdly zwischen Wolkenkratzern durchfliegen. Im letzten Jahr haben wir uns als Future Work Experience Team mit dem Thema Virtual Reality auseinandergesetzt und beispielsweise auch Teammeetings in OpenQwaq durchgeführt.

Ein Teammeeting von FWE n OpenQwaq

Ein Teammeeting von FWE in OpenQwaq

Wir haben den Fokus auf die Nutzung in Unternehmen gelegt. Konkret sind wir der Frage nachgegangen, ob und wie aktuelle Virtual Reality Lösungen für eine verbesserte Zusammenarbeit in Unternehmen eingesetzt werden können. Unsere Erkenntnisse zu aktuellen Lösungen und Einsatzszenarien für die Zusammenarbeit haben wir mit Unterstützung unserer Lernenden in einem Whitepaper zusammengefasst. Für den Beitrag haben wir zudem mit den drei Experten Volker, Markus und John gesprochen.

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Volker Gässler ist Gründer der VComm Solutions AG und hat uns mit seiner immersiven Zusammenarbeitslösung AULA für Schulungen im letzten Jahr unterstützt.

Volker, Was für Anwendungsfälle von Virtual Reality Lösungen in Firmen sind gerade am entstehen?

Volker: Unternehmen sind sich bewusst, dass die Zusammenarbeit in verteilten Teams ein hohes Mass an Kommunikation erfordert. Agiles Management und flache Hierarchien verlangen nach einem noch intensiveren Austausch zwischen Team-Mitgliedern und zwischen Teams. Typische Anwendungen sind deshalb Workshops mit hochinteraktivem Inhalt, Arbeit in Breakout-Gruppen und Rollenspiel-Training. Konkrete Einsatzgebiete sind Verkaufs-Schulung, Management-Training, Coaching, Strategie-Workshops, Projekt-Koordination und Online-Leadership.

Swisscom Shop in Aula von Vcomm

Swisscom Shop in Aula von Vcomm

Was sind aus deiner Perspektive die Vorteile?

Volker: Einerseits kann man natürlich Geld und Aufwand sparen. Der Hauptnutzen für Unternehmen ergibt sich aber daraus, dass AULA es auf einmal erlaubt, Sessions durchzuführen, die ansonsten aus Kostengründen und wegen des hohen Administrationsaufwandes gar nicht stattfinden würden. Typische Beispiele sind Verkaufsschulungen, Risiko-Workshops, Strategie-Workshops, etc. Andererseits besteht die Möglichkeit, Sessions kürzer zu halten, dafür aber mit einer höheren Frequenz durchzuführen. Das erzeugt auch eine Nachhaltigkeit, die mit klassischen Ansätzen gerade in der Schulung oder in komplexen Projekten oft ein Problem darstellt.

Was braucht es aus deiner Perspektive für eine erfolgreiche zunehmende Nutzung und Etablierung von Virtual Reality Lösungen zur Zusammenarbeit?

Volker: Wichtig ist, dass wie bei AULA für die Teilnehmer keine Einarbeitung briefing_roomnotwendig ist. Das Tool ist intuitiv zu bedienen und erzeugt beim Benutzer viel Vertrauen. Die Einführung soll schrittweise erfolgen, damit auch die Organisation sich an die neue Arbeitsweise anpassen kann. Die Key-Player sollten von Anfang an eingebunden werden, also Management, Moderatoren, IT, etc. Die wirklichen Vorteile, die sich auf die Produktivität auswirken, verlangen nach Veränderungen in den Abläufen. Beispielsweise wird man eine Verkaufsschulung nicht mehr für einen ganzen Tag ansetzen, sondern lieber auf vier Sessions verteilen, die zu Randzeiten stattfinden. Hat man aber die ersten Erfahrungen gemacht, sollte man aber schnell ausbauen, denn der erzeugte Schwung erleichtert den Roll-out und die notwendigen Umstellungen.

 

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Markus Gälli arbeitet für die Swisscom als agiler Software-Ingenieur bei einer Grossbank. So kennt er die Herausforderungen von Teams oder Unternehmen, die landesweit oder sogar weltweit  verteilt sind. Entsprechend engagiert er sich für die Verbreitung virtueller 3D-Kollaborationslösungen. Er stellt die Open Source Lösung “OpenQwaq” mit Hilfe von Swisscom Cloud Technologien prototypisch bereit, so dass interne und externe Teams erste Erfahrungen damit sammeln können.

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Meeting in OpenQwaq

Markus, was sind deine Erfahrungen mit virtuellen Meetings?

Markus: Wie Volker schon sagte, am besten funktionieren hoch interaktive Workshops mit Breakout-Sessions. So hatten wir mit Oliver von der ICT-WG einen Workshop zum Thema “Self Learning House” in OpenQwaq durchgeführt:  Nach einer kurzen Einführung von Oliver zum Thema teilen wir uns in verschiedene benachbarte Räume auf. Jede Kleingruppe hat fünf Minuten Zeit, virtuelle Zettel mit Ideen zum Thema an die Wand zu hängen. Leises Stimmenmurmeln oder Gelächter aus dem Nachbarraum, das Bild passt zum Ton, man “ist voll da”.

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Screenshot eine Umfrage in OpenQwaq

Der Moderator schaltet ein paar mal das Licht aus und an, um anzudeuten, dass die Zeit vorbei ist. Die Gruppen wandern von Raum zu Raum, einer präsentiert, die Ideen werden an einem Ergebnis-Brett im Hauptforum konsolidiert. Anschliessend noch die obligatorische Umfrage, wie diese neue Meetingform funktioniert hat.

Auch schön: Der Raum mit seinen Inhalten bleibt bestehen, so konnte ich grad reingehen und einen Screenshot der Umfrage erstellen.

 

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In unserem Future Work Experience Team ist John Rice der Experte und enthusiastischer Nutzer von Virtual und Augmented Reality Lösungen.

Im letzten Jahr hast du viel mit Kunden über Virtual Reality gesprochen. Beispielsweise während der Cebit oder den Swisscom Dialogue Arenen. Was hat die Leute besonders interessiert? Wie haben sie reagiert?

Virtual Reality ist für viele eine überraschende und inspirierende neue Erfahrung. Viele Kunden versuchen zu verstehen, was genau Virtual Reality ist und wozu sie es in ihrem Unternehmen einsetzen können. Es wird ein grosses Potential gesehen für neue Interaktionsmöglichkeiten gerade bei verteilten Teams. Insbesondere wenn es darum geht grosse Informationsmengen zu visualisieren und gleichzeitig zu diskutieren.

Viele Anbieter kommen mit neuen Lösungen auf der Markt. Sei das Beispielsweise neue Hardware, Software oder Cloud-Plattformen. Auf der anderen Seite bleibt gerade der Verkauf von Hardware, bspw. Virtual Reality Brillen, unter den hochgesteckten Erwartungen. Was denkst Du. Handelt es sich um einen Hype oder ist es wirklich ein riesiger Trend?

Es ist beides. Für ein Massenmarktprodukt braucht es eine Installationsbasis. Um eine Installationsbasis zu haben, benötigt es eine Killerapp. Es ist ermutigend zu sehen, dass viel in die Entwicklung neuer Erlebnisse investiert wird. Facebook und Google beispielsweise unterstützen Communities bei der Erstellung neuer Inhalte. Zudem sehen wir kleinere Innovationen, wie das bereits genannte Birdy, ein Flugsimulator, oder AltspaceVR im Bereich Communities und PR. Hersteller wie Samsung und Sony erstellen neue Unterhaltungserlebnisse. In der Swisscom versuchen wir zu lernen mit kleinen Piloten für die Zusammenarbeit, welche im Whitepaper beschrieben sind.

Unser Whitepaper fokussiert auf existierende Lösungen ihre aktuellen Funktionen. Damit kann man schon vieles tun. Wenn du nun in die Zukunft schauen müsstest. Was können wir in der nächsten Zeit erwarten?

Auf der Hardware-Seite erwarte ich mehr kabellose Headsets und besseres Räumliches und besseres Gesten tracking. Ich erwarte auch eine Veränderung bei den Inhalten gerade im Bereich von Grossveranstaltungen. Gerade im Bereich des Sports wird es möglich werden in VR teilzunehmen, beispielsweise beim Super Bowl, der Skiweltmeisterschaft, Formel1 oder Fussball. Für den Bereich Ausbildung sehe ich neue Anwendungsfälle im Bereich Notfall und Rettung, sowie für die Verbesserung von Fernlernprogrammen.

Die virtuelle Welt dreht sich also weiter. Mehr über aktuelle Lösungen und Anwendungsfälle findet ihr in unserem Whitepaper. Habt ihr selber schon Erfahrungen mit Meetings in virtuellen Räumen gemacht? Wir sind gespannt auf eure Erlebnisse.

Vico - Whitepaper zu Kollaboration in 3D Röumen
Vico – Whitepaper zu Kollaboration in 3D Räumen

 

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