Datenverbindung – Cloud oder On premise?

In diesem Blog werden wir uns vertieft mit dem Thema Datenverbindung in der SAP Analytics Cloud beschäftigen. Wir werden uns die verschiedenen Arten der verfügbaren Connections anschauen, Unterstützte Quellsysteme für jeden Verbindungstyp, sowie einen Vergleich von SAP Analytics Cloud und SAP Business Objects Plattform bezüglich Datenverbindung und Integration aufstellen.

Dies ist der zweite Eintrag in der SAP Analytics Blog Serie. Im ersten Blog haben wir uns einen Überblick über die SAP Analytics Cloud beschafft und angeschaut, wie diese sich mit der on-premise SAP Business Objects Plattform vergleichen lässt. Ich empfehle euch den ersten Blogeintrag zu lesen, damit Sie die Funktionen der SAP Analytics Cloud besser verstehten: https://ict.swisscom.ch/2018/04/analytics-cloud-oder-on-premise/

Datenverbindung SAP Analytics Cloud

SAC bietet in erster Linie zwei Arten von Datenverbindungen an: Live und Import. Live-Daten-Verbindungen stellen eine sichere online Verbindung zwischen SAP Analytics Cloud und der On-premise oder Cloud Quellsysteme her. SAP HANA und SAP Analytics Cloud stellen die Möglichkeit eines spontanen Zugriffs auf die Daten in Echtzeit sicher, wohingegen eine Importverbindung die Daten physisch in die SAC kopiert. Anbei eine kleine Vergleichstabelle, die aufzeigt, warum und wann man eine Live oder Import Datenverbindung benötigt.

Die Entscheidung, welche Verbindung benutzt werden soll, hängt vom User Szenario ab. Die Live-Daten-Verbindung zum Beispiel ist die ideale Wahl für ein operatives Reporting in Echtzeit, auch wenn Daten vom Quellsystem nicht in die SAC kopiert werden sollen, denn dies bedeutet, dass die Geschäftslogik, sowie der grösste Teil des Datenmodellierung, im Quellsystem stattfindet. Datenimportverbindungen andererseits tun genau das, was ein klassisches DWH System tut: Sie kopieren die Daten in die SAC und aktualisieren diese in regelmässigen Zeitintervallen, z.B. täglich, wöchentlich, monatlich.

Warum eine Live-Daten-Verbindung?

Wie bereits oben erwähnt, ermöglicht die Live-Daten-Verbindung die Nutzung des Investments für die erstellten Datenmodelle im Quellsystem. Beispielsweise vermeiden SAP BW und HANA die Übertragung grosser Datenmengen auf die SAC und speichern nur die Metadaten, wodurch die sensiblen Daten im Quellsystem bleiben. Dadurch kann der User die Daten von einem Web Browser aus der SAP Analytics Cloud in Echtzeit abfragen. Jedes Mal, wenn der User die Daten von einem on-premise Quellsystem durch die Live-Daten-Verbindung abfragt, werden die aktuellsten Daten angezeigt.

SAC unterstützt zurzeit die Live-Daten-Verbindung für folgende Datenquellen:

  • SAP HANA
  • S/4 HANA
  • SAP Business Objects Universe
  • SAP BW

Es ist wichtig zu erwähnen, dass einige Einschränkungen mit Live Connections bestehen, wie z.B. dass die zeitlichen Dimensionen von HANA in der SAC nicht verwendet werden können, manche komplexe Rechnungen/Formeln sind ausserdem momentan nicht mit allen Quellsystemen kompatibel, Wasserfalldiagramme werden nicht von SAP BW Daten unterstützt und so weiter. Die meisten dieser Einschränkungen sollten mit den anstehenden Versionen von SAC gelöst werden. Ausserdem gibt es verschiedene Add-Ons von SAP Partnern, um Live-Daten-Verbindungen für non SAP Quellsysteme zu ermöglichen, z.B. APOS Live Data Connector.

Direkt vs. Pfad Verbindungen

Die SAP Analytics Cloud bietet zwei technische Möglichkeiten für Live-Daten-Verbindungen, nämlich Direkt und Pfadverbindung. Die Direkt Live-Daten-Verbindung unterstützt die HTML5 Cross-Origin Resource Sharing Spezifikation, die Pfad Live-Daten-Verbindung hingegen nutzt einen Reverse Proxy Mechanismus für die Kommunikation mit den on-premise Systemen in der SAC.

Cross-Origin Resource Sharing (CORS) ist eine W3C Spezifikation, welche eine domänenübergreifende Kommunikation ermöglicht, um vom Browser auf Web Ressourcen von anderen Domains zugreifen zu können. Beim Reverse Proxy handelt es sich um einen Proxy Server Typ, welcher normalerweise hinter der Firewall in einem privaten Netzwerk sitzt und Client Abfragen zum entsprechenden Backend Server leitet. Es ist wichtig, zu erwähnen, dass CORS nur HTTPS Verbindungen unterstützt, z.B. XS Server auf SAP HANA sollte HTTPS fähig sein um Live-Daten-Verbindungen mit CORS nutzen zu können.

Der Reverse Proxy kann genutzt werden um Pfadverbindungen für die Quellsysteme von SAC zu konfigurieren. Dies kann hilfreich sein, wenn eine Live-Daten-Verbindung mehrerer Quellsysteme als mittels Pfaden angestrebt wird, anstatt CORS auf jedem Quellsystem zu aktivieren. Das Reverse Proxy kann mit einem Web Server konfiguriert werden, z.B. dem Apache Web Server.

SAP empfiehlt es, Direktverbindung zu verwenden, da diese einfacher anzulegen sind im Vergleich zu einem Reverse Proxy.

SAP HANA Direktverbindung

In diesem Abschnitt wird die Prozedur zur Freigabe von Direktverbindungen auf der SAP HANA Datenbank kurz beschrieben.
Das Ziel hierbei ist es, eine Live-Daten-Verbindung zwischen der HANA Datenbank und der SAP Analytics Cloud einzurichten, um auf die HANA Kalkulation/Analytics Views in der SAC zugreifen zu können. Eine Live-Daten-Verbindung ist ebenfalls für eine HANA DB in der Cloud möglich.

Als erstes sollte der SAP HANA Information Access Service (INA) angelegt und aktiviert werden, da dies den Datenzugriff von HANA DB in der SAC ermöglicht.

Als nächstes befähigen wir die benötigten Berechtigungen / Rollen für die Live-Daten-Verbindung, bspw. die Rolle sap.bc.ina.service.v2.userRole::INA_USER in der HANA Workbench.

 

Da CORS in Direktverbindung nur die zuverlässige HTTPS Kommunikation in SAC akzeptiert, ist es wichtig, dass HTTPS mit einem gültigen SSL Zertifikat auf der HANA XS Engine konfiguriert wird. Das SSL Zertifikat stellt sicher, dass die Kommunikation zwischen HANA und der SAC privat und integer erfolgt.

Als letztes wird das CORS Setup für den Information Access Service in HANA freigegeben. Dazu sollte das .xsaccess File im HANA Repository abgeändert, sowie die HANA Systeme neu gestartet werden.

Es ist ebenfalls möglich, eine SSO Funktionalität zwischen HANA und der SAC zu aktivieren, sodass der User seine Anmeldedaten jeweils nicht manuell eingeben muss. Die vollständigen Schritte bis zur Konfiguration werden im Detail inklusive Screenshots auf dem SAP Analytics Cloud Help Portal beschrieben.

Warum Datenimportverbindung?

Datenimportverbindung ermöglicht es, ausgewählte Daten vom Quellsystem in die SAP Analytics Cloud zu laden oder kopiert. Sobald die Daten von der Quelle kopiert wurden, kann die Sicherheit bestimmt und den Daten in der SAP Analytics Cloud zugewiesen werden. Der grösste Vorteil der Importverbindung im Vergleich zu Live ist, dass es die wichtigen Funktionalitäten in der SAC wie Planung wirksam einsetzt, was bei der Live-Daten-Verbindung nicht der Fall ist. Ebenfalls eignet sich die Importverbindung hervorragend, wenn der User Data Blending mit Ladedaten machen möchte, welche aus einer oder mehreren Quellen stammen und diese dann in ein einzelnes Modell oder eine Story verschmelzen möchte.

 

SAP Analytics Cloud bietet die Importverbindungsmöglichkeit für folgende Quellsysteme:

  • File Server
  • Google BigQuery
  • Google Drive
  • MS SQL Server
  • OData
  • Oracle 11
  • Salesforce
  • SAP BPC MS
  • SAP BPC NW
  • SAP Business ByDesign Analytics
  • SAP BW
  • SAP Cloud Platform
  • SAP Concur
  • SAP ERP
  • SAP Fieldglass
  • SAP Hybris Cloud for Customer
  • SAP Success Factors
  • SAP Universe

Es ist möglich, Datenerfassungen in regelmässigen Intervallen zu planen, was es ermöglicht, die Daten auf einer periodischen Basis zu aktualisieren. 

SAP BO Universe Datenimportverbindung

In diesem Abschnitt wird die Prozedur der Freigabe von Datenimportverbindung auf SAP BO Universen kurz beschrieben. Um die Datenimportverbindung auf ein on-premise Quellsystem in der SAC zu konfigurieren, benötigt man zwei Grundkomponenten, welche installiert sein müssen. Dabei handelt es sich um den SAP Cloud Plattform Connector und den SAP Analytics Cloud Agent. Der SAP HANA Cloud Connector verbindet die on-demand Anwendungen wie SAP Analytics Cloud mit bestehenden on-premise Systemen. Der Cloud Connector läuft als on-premise Agent auf einem sicheren Netzwerk und funktioniert als ein Reverse Invoke Proxy zwischen dem on-premise Netzwerk und der SAP HANA Plattform.

Der SAP Analytics Agent ist ein on-premise Connection Agent, welcher auf einem Tomcat Server installiert sein sollte (in diesem Fall kann er direkt auf dem SAP BO Tomcat Server installiert werden), um Zugriff auf die SAP BO Universe Daten zu ermöglichen.

Als erstes wird wie bereits erwähnt der SAP Cloud Connector installiert.

Als nächstes wird der SAP Analytics Cloud Agent vom SAP Service Marketplace heruntergeladen und auf dem SAP BO Tomcat Server aufgesetzt.

Der SAP Cloud Connector sollte für die Datenbeschaffung konfiguriert werden. Früher wurde dies durch den SAP Support vorgenommen, aber nun kann man es ganz einfach selbst konfigurieren.

Sobald die Konfiguration komplett ist, kann getestet werden, ob alles funktioniert und eine Verbindung zur SAP BO Plattform in der SAC erstellt werden.

Datenverbindung SAP Analytics Cloud vs. SAP BO

Wie bereits im vorangegangenen Blog beschrieben, nutzen ein Grossteil der Kunden die SAP Business Objects Enterprise Plattform als primäre on-premise Analytics Solutions, und es ist sinnvoll, die on-premise und die Cloud Analytics SAP Plattform bzgl. Datenverbindungen zu vergleichen.

Feature SAP Analytics Cloud SAP BO Platform
Datenverbindung SAP Analytics ermöglicht Live-Daten-Verbindung für Echtzeit Analysen und Datenimportverbindungen für Standard Reporting. Mit Liveverbindung würden nur die Metadaten von der Quelle in der SAP Analytics Cloud gespeichert, wobei die Importverbindung Daten kopiert. SAP Business Objects bietet keine direkte Liveverbindung, aber die Daten in den Reports können manuell / automatisch aktualisiert werden. Die Daten werden nie physisch geladen, sondern nur die Metadaten mittels SAP BO Universum.
Aufwand und Benutzerfreundlichkeit Erstellung von Datenverbindungen in SAC ist aufwändig und benötigt Expertise, weil das Quellsystem sowie der SAC sollten konfiguriert werden. Erstellung von Connections ist einfach mittels SAO BO Central Management Console
Unterstützte Quellsysteme SAP Analytics unterstützt zurzeit verschiedene on-premise und Cloud Datenquellen, z.B. SQL, Salesforce SAP BO ermöglicht Konnektivität für verschiedene Datenbanken sowie SAP Quellsystems durch ODBC und JDBC Treibern. Zurzeit gibt es keine Möglichkeit für Datenverbindung auf eine Cloud Quellsystem in SAP BO.
Authentifizierung Benutzerauthentifizierung kann manuell stattfinden, oder SSO kann mittels SAML oder Direktverbindung konfiguriert werden. Benutzerauthentifizierung kann manuell stattfinden. SAP BO unterstützt eine Vielzahl von SSO Authentifizierungsmethoden für Users, z.B. Windows AD, SAP, Enterprise.,
Wartung / Administration Verbindungen können innerhalb der SAP Analytics Cloud gewartet, angepasst und administriert werden. Verbindungen können via SAP BO CMC gewartet und administriert werden.

Schlussfolgerung

Einer der Vorteile, welcher die SAP Analytics Cloud bietet ist die Auswahl zwischen Live- und Datenimportverbindung in einem Produkt, wobei die SAP Business Objects Plattform eine nahezu Echtzeit Data Connectivity via BO Universe Layer anbietet. Der Unterschied hier ist, dass während die SAP Analytics Cloud via Live Connection automatisch Veränderungen im Quellsystem widerspiegelt, SAP BO sich diese Veränderungen vom Quellsystem holen muss (Scheduling). Andererseits braucht das Erstellen einer Connection in der SAP Analytics Cloud genügend Expertise, obwohl SAP Konfiguration Anleitungen anbieten, wobei das Erstellen einer Connection in SAP Business Objects sehr einfach ist ohne Mehraufwand. Wie bereits im ersten Blog erwähnt, ist eine hybride Herangehensweise mit Kombinierung von SAP Analytics für self-service Analytics und SAP Business Objects für Standard Reporting keine schlechte Idee.

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