Diversität mit Talent Management fördern

Das Swisscom Talent Management konnte mitunter dank der Möglichkeit der Selbstbewerbung den Frauenanteil in den internen Talent Programmen auf 42% verdoppeln. Mit dieser Massnahme trägt Talent Management zur Diversity Strategie von Swisscom bei. Dies stösst nun auch ausserhalb des Unternehmens auf Aufmerksamkeit.

Als schweizweit führendes ICT-Unternehmen steht auch bei Swisscom das Thema Diversity auf der Agenda (Blogpost zur Women in Tech & Lead Community). Ein Beispiel dafür ist das Ziel des Konzerns, den Frauenanteil auf Kaderstufe mittelfristig von 12% auf 20% zu erhöhen. Auf dieses Ziel zahlt auch die Zunahme des Frauenanteils in den Talent Programmen ein. Denn im Talent Management werden interne Leistungs- und Potentialträger/innen ausgebildet und in neue, meist verantwortungsvollere Rollen und Funktionen entwickelt. Der Selbstbewerbungsprozess für die Talent Programme wurde nun im Format «Women’s Business Inspirations» der Hochschule Luzern als eine von mehreren möglichen Massnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit im Unternehmen . Die Massnahme ist eine von 13 möglichen Inspirationen, für die im Rahmen eines kleinen Wettbewerbs abgestimmt werden kann (nur von privatem Account möglich): https://blog.hslu.ch/inspirations/massnahmen/massnahmen-2018/

Diversity umfasst bei Swisscom mehr als nur die Thematik rund um Gender – Schwerpunkte liegen auch auf Aspekten wie Einbindung verschiedener Altersgruppen, unterschiedlicher Sprachregionen sowie Inclusion. Wie Talent Management zu den Diversity-Zielen beiträgt, erzählen nun HR Development Manager Pieter Van Den Broek und Silja Roth:

Pieter Van Den Broek (l.) und Silja Roth

Warum habt ihr den Nominationsprozess vor drei Jahren abgeschafft und einen Bewerbungsprozess für die Talent Programme eingeführt?

Swisscom ist Wegbereiter der Digitalisierung in der Schweiz. Alte Geschäftsfelder brechen weg, dafür kommen neue hinzu. In diesem Umfeld der ständigen Veränderung müssen sich Mitarbeitende kontinuierlich mit ihrer Entwicklung auseinandersetzen. Da reicht es unserer Meinung nach nicht mehr, wenn Führungskräfte in einem top-down-Prozess einmal im Jahr aus dem Kreis ihrer Mitarbeitenden die Personen auswählen, die sie für geeignet halten, um an einem Talent Programm teilzunehmen. Mitarbeitende müssen die Initiative ergreifen und Verantwortung für die eigene Entwicklung und Karriere übernehmen.

Warum trägt der neue Prozess dazu bei, dass sich mehr Frauen für die Swisscom Talent Programme bewerben?

Durch den Bewerbungsprozess versuchen wir zu umgehen, dass die Auswahl der Teilnehmenden durch bestimmte unbewusste Muster (unconscious bias) eingeschränkt wird. Entsprechend finden sich unter den Bewerbenden viele Personen, die im früheren Nominationsprozess unentdeckt Wir machen die Tür für jede Person auf, die das Interesse und die Ambition hat, sich im Bewerbungsprozess mit den (Potenzial-) Anforderungen auseinanderzusetzen und sich verschiedenen Aufgaben und Gremien in der Validierungsphase zu stellen. Bei den Auswahlgremien achten wir explizit auf eine diverse Zusammensetzung, um Chancengleichheit zu schaffen.

Jetzt abstimmen!

Des Weiteren gibt es noch einiges, was wir unternehmen, um den Frauenanteil in den Talent Programmen möglichst hoch zu halten:

  • Wir bemühen uns – wie bei den Stellenausschreibungen im Recruiting – einen möglichst «Gender-neutralen Sprachstil» in unseren Kommunikationen und Infomaterialien zu verwenden.
  • Die Hürde, sich selbst das Label «Talent» zu geben, braucht Überwindung. Per Mailings sprechen wir deshalb bestimmte Zielgruppen direkt an und machen diese auf die Möglichkeit, sich zu bewerben, aufmerksam. Dabei beschränken wir uns nicht nur auf Frauen, aber die Direktansprache erwies sich als wichtiger Faktor, um Frauen zur Bewerbung zu bewegen.
  • Aus anderen Perspektiven ist eine Sensibilisierung möglich: Führungskräfte, Peers und HR Kolleginnen und Kollegen sind gehalten als «Talent Scouts» zu agieren. Wenn ihnen Mitarbeitende auffallen, die für die Teilnahme an einem Talent Programm geeignet sind, motivieren sie diese, sich zu bewerben.

Deshalb bewerben sich Mitarbeitende heute selbst, wenn sie bereit sind für den nächsten Entwicklungsschritt. Dabei beziehen sie private und berufliche Prioritäten in ihre Überlegungen ein und prüfen für sich selbst, ob die Talent Programme eine sinnvolle Entwicklungsmassnahme für sie sind.

Was macht Swisscom Talent Management weiter für die verschiedenen Aspekte von Diversity?
Aktuell sind wir an der Überarbeitung unseres Talent Management Frameworks. Das neue Konzept bietet Entwicklungsmöglichkeiten für eine breitere Population in Bezug auf Alter, Gender Sprachregion und Unternehmensbereiche. Wir bauen neu auf individuellere Entwicklungspfade und nehmen neben der vertikalen auch die horizontale Entwicklung in den Fokus. So können wir attraktive Angebote kreieren und sind überzeugt, auch betreffend des Frauenanteils einen weiteren Sprung zu schaffen.