Wir müssen nichts und dürfen alles! Wie die digitale Revolution unseren Arbeitsalltag verändert.

Home Office und Desk-Sharing haben sich in der Arbeitswelt längst etabliert. So leben wir auch bei Swisscom ein flexibles und agiles Arbeitsmodell. Gleichzeitig waren Angebot und Nachfrage für Teambildungs-Massnahmen noch nie so gross wie heute. Bringt die neue Arbeitskultur Menschen auseinander?

Neuerungen schüren Unsicherheit

Skype-Meetings und Google-Hangouts gehören in vielen Unternehmen zur Tagesordnung und sind daher nicht mehr wegzudenken. Jeder kann ortsunabhängig teilnehmen, sowohl Koordinationsaufwand als auch Reisezeiten entfallen. Nebst den Formen der Kommunikation werden nun auch Prozesse nach und nach vollständig digitalisiert. So wird beispielsweise vermehrt auf die digitale Signatur gesetzt, welche es erlaubt, orts- und zeitunabhängig rechtsgültig Verträge zu signieren. Der Einsatz solcher neuen Lösungen als Baustein eines Gesamtprozesses erleichtert den Arbeitsalltag in vielerlei Hinsicht und hat zum Ziel, den Mitarbeitenden einfachere Prozesse ohne Medienbrüche zu bieten.

Warum ändern was funktioniert?

Insbesondere ältere Arbeitnehmende scheuen die Umstrukturierung gewohnter Prozesse. Doch die digitale Revolution bedeutet auch, dass künftig diese veralteten Prozesse nicht mehr funktionieren. Einerseits aufgrund von technologisch bedingten Kompatibilitätsproblemen, andererseits aufgrund der Anspruchshaltung von jüngeren Generationen. Digital Natives sind in einer digitalisierten Welt aufgewachsen und haben aufgrund dessen einen intuitiven Umgang mit digitalen Mitteln.

 Flexibilität auf Kosten von sozialen Beziehungen?

Digitalisierte Prozesse und flexible Arbeitsformen steigern die Attraktivität eines Arbeitgebers, da sind sich jüngere Generationen einig. Gegenargument: Der persönliche Austausch im Team und soziale Beziehungen bleiben auf der Strecke. Es mag durchaus sein, dass mit dem Einsatz neuer Lösungen oftmals der Weg ins Büro nicht mehr zwingend notwendig ist. So ermöglicht die Mobile ID, dass wir uns jederzeit orts- und zeitunabhängig authentifizieren können. Damit geht einher, dass das Zusammenkommen von Arbeitskollegen nicht mehr zwingend notwendig ist, um den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden.

 Die Qual der Wahl

Sollten wir die Entwicklungen nicht als Chancen anstatt als Einschränkungen begreifen? Ist es nicht schön, in einer Welt voller Möglichkeiten zu leben? Auch wenn verankerte Strukturen und Prozesse aufgebrochen werden, so werden die menschlichen Bedürfnisse nach sozialer Interaktion und Vergemeinschaftung nicht obsolet. Bewusste Entscheidungen für Face-to-Face Meetings sind wichtig und sollen nicht aus unserem Arbeitsalltag schwinden. Wir müssen nichts, dürfen aber alles.

Plädoyer für mehr Eigenverantwortung

Neue technologische Entwicklungen bedeuten nicht, dass wir aufgrund veränderter Prozesse und Strukturen all unsere Gewohnheiten schlagartig ändern sollen. Es bedeutet lediglich, dass wir die Wahl haben, unseren Arbeitsalltag neu zu definieren. Wir haben mehr Freiheiten und Entscheidungsmöglichkeiten. Das heisst aber auch, dass wir mehr Verantwortung übernehmen müssen. Räumliche Grenzen werden immer mehr an Bedeutung verlieren. Diese Entwicklung lässt sich zweifelsfrei nicht mehr aufhalten. Unsere private und berufliche Lebenswelt wird sich mit den technologischen Entwicklungen weiterhin verändern, doch wir als selbstbestimmte Menschen steuern und gestalten diese massgebend mit.